Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Das Ausmaß des Streiks in der Region ist unklar

Am Bahnhof in Rheinbach: Die Voreifelbahn RB 23 nimmt am Mittwoch regulär ihren Betrieb auf. Vom Streik im Nahverkehr betroffen sind jedoch die Stadtbahnlinien 16 und 18.

RHEIN-SIEG-KREIS. Die für Mittwoch von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angekündigten Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis nur teilweise betreffen. Lediglich in kommunalen Einrichtungen von Bornheim und Swisttal muss mit Streiks gerechnet werden, auch im öffentlichen Personennahverkehr in Alfter und Bornheim.

Betroffen sind dort die Stadtbahnlinien 16 und 18 sowie Buslinien der Stadtwerke Bonn. Die Busse der Regionalverkehr Köln, die zwischen Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Bonn pendeln, sowie die Voreifelbahn (RB 23) nehmen hingegen regulär ihren Betrieb auf. Das erklärten die jeweiligen Betreiber auf Anfrage.

Die Gewerkschaft Verdi hat in der Stadt Bornheim und der Gemeinde Swisttal zum Streik aufgerufen, weil sie dort stärker organisiert ist als in den anderen Kommunen. "Es wird auf jeden Fall eine Beteiligung geben. Welche Auswirkungen das konkret hat, vermag ich nicht zu sagen", meinte am Dienstagnachmittag Martin Haunschild, Sprecher bei Verdi.

"Wir nehmen die Ankündigung von Verdi zur Kenntnis und bereiten uns entsprechend vor", sagte Bornheims Erster Beigeordneter Manfred Schier. Die Verwaltung werde mögliche Auswirkungen - etwa beim Bürgerservice - eindämmen. Zum Streik aufgerufen sind auch die Mitarbeiter der 13 städtischen Kindertagesstätten in Bornheim. In welchem Umfang sich der Streik hier auswirke, sei noch unklar, schreibt der Beigeordnete Markus Schnapka in einem Rundbrief an die Eltern.

Hotline freigeschaltet

Wer betroffen sei, könne sich an das Jugendamt wenden: am Mittwoch und Donnerstag ist von 7 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 02222/94375455 eine Hotline freigeschaltet. "Wenn irgendwo gestreikt wird, besteht die Möglichkeit, Kinder in benachbarten Einrichtungen unterzubringen, die geöffnet sind", sagte Schnapka auf Anfrage. Zudem ist die Telefonzentrale der Stadt wie immer unter der Telefonnummer 02222/9450 zu erreichen.

Stichprobenartig fragte der GA am Dienstag bei einigen städtischen Kindergärten in Bornheim nach, darunter auch der größte an der Secundastraße: Dort gab es keine Anzeichen für Streik. Verständnis für die Streikenden signalisierte etwa Roswitha Villwock, seit 23 Jahren Leiterin des Hemmericher Kindergartens: "Wir werden uns wohl nicht beteiligen, können aber die Hintergründe des Streiks gut verstehen." Bei stagnierenden und sinkenden Mitteln stiegen gleichzeitig die Ansprüche an die Arbeit und die Belastung für die Erzieherinnen. Die Gemeinde Swisttal betreibt keine eigenen Kindergärten. Inwieweit in den Ämtern gestreikt werde, konnte Sprecher Bernd Kreuer am Dienstag nicht sagen. Auch hier ist die Zentrale der Gemeinde erreichbar: Rufnummer 02255/3090.

Der Warnstreik im Ticker:

Aktuelle Informationen zum Streikgeschehen und den Auswirkungen in der Region finden Sie am Mittwochmorgen bei uns.

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