Cercle Français hat einen neuen Besitzer

<b>Seit Jahren</b> stehen das Gästehaus (im Hintergrund) und das einstmals beliebte Restaurant mit Blick zum Rhein leer.

<b>Seit Jahren</b> stehen das Gästehaus (im Hintergrund) und das einstmals beliebte Restaurant mit Blick zum Rhein leer.

Das ehemalige Gästehaus der Franzosen kommt bei einer Versteigerung in Berlin für 740 000 Euro unter den Hammer - Der Käufer ist noch unbekannt

Rüngsdorf. Nach langem Dornröschenschlaf könnte in das ehemalige Gästehaus der französischen Botschaft in der Straße Am Schwimmbad bald wieder Leben einkehren - wenn der neue Eigentümer nicht andere Pläne mit der Liegenschaft hat. Jedenfalls ist die 1952 errichtete Appartmentanlage kürzlich bei einer Versteigerung in Berlin für 740 000 Euro unter den Hammer gekommen. Das Mindestgebot lag bei 350 000 Euro. Wer das Gebäude erworben hat, wurde nicht bekannt gegeben. Im Grundbuch ist immer noch der Voreigentümer, das Bundesvermögensamt, eingetragen.

Nach dem Umzug der französischen Diplomaten nach Berlin wurde der Betrieb des als "Cercle Français" bekannten Gästehauses 1999 eingestellt. Der Bund hatte das Gebäude der Botschaft zuvor unentgeltlich überlassen. Das Hotel und das Restaurant wurden vom französischen Militär betrieben. In den 70er und 80er Jahren waren ein Teilumbau und Modernisierungen an dem Gebäudekomplex vorgenommen worden.

Nach dem Wegzug des Botschaftspersonals wurde der Club nur kurzzeitig wieder genutzt. Im Frühjahr 2000 zogen Senioren des Bonner Altenheims Maria Einsiedeln für anderthalb Jahre in den Cercle Français. In dieser Zeit wurde ihr Domizil auf dem Venusberg für 13 Millionen Mark renoviert.

Das ehemalige Gästehaus der französischen Botschaft steht auf einem 3319 Quadratmeter großen Grundstück. Es verfügt über 39 Einzelappartments mit Wohn- und Schlafraum, Bad und Balkon. Die gesamte Nutzfläche beträgt 2219 Quadratmeter. Davon entfallen 1166 Quadratmeter auf den Hotel- und Wohnbereich, 73 Quadratmeter auf Büroflächen, 155 Quadratmeter auf den Empfangsbereich, 552 Quadratmeter auf das Restaurant mit Nebenräumen und 273 Quadratmeter auf das Lager.

Laut Auktionsausschreibung befindet sich das Gebäude in einem "sanierungsbedürftigen Zustand". So seien "Altablagerungen, PAK-Belastungen sowie asbesthaltige Materialien vorhanden". PAK steht für Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese Substanzen werden unter anderem von teerhaltigen Parkettklebern freigesetzt und stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.