Bornheimer Klostergebäude wird modernisiert

Zwei Millionen Euro haben Christa und Guido Roggendorf auch nicht gerade in der Portokasse. Aber für die Bonner Unternehmer mit Wurzeln in Alfter war das alte Bornheimer Kloster, das sie am Mittwoch vor dem Bonner Amtsgericht ersteigerten, dennoch ein Schnäppchen.

Bornheim. Zwei Millionen Euro haben Christa und Guido Roggendorf auch nicht gerade in der Portokasse. Aber für die Bonner Unternehmer mit Wurzeln in Alfter war das alte Bornheimer Kloster, das sie am Mittwoch vor dem Bonner Amtsgericht ersteigerten ( der General-Anzeiger berichtete am Donnerstag) und in dem sie 90 moderne Appartements einrichten und vermieten wollen, dennoch ein Schnäppchen.

Und das deshalb: Vergleichbare Objekte seien in Köln und Bonn doppelt und dreifach so teuer, erläutert Guido Roggendorf, der in Alfter lebt. Der 47-Jährige führt mit seiner Mutter Christa Unternehmen, die sich mit Immobilienhandel, -sanierung und Gebäude-Management beschäftigen, sowie eine Industriebuchbinderei.

Guido Roggendorf hält den Kaufpreis von zwei Millionen Euro zwar für "sehr günstig", er hätte aber wohl nicht weitergeboten. Denn er habe sich Grenzen gesetzt, und die Finanzierung müsse auch gegenüber seiner Bank darstellbar sein.

Günstig ist der Kaufpreis nach Ansicht der Roggendorfs vor allem deshalb, weil sich das Anwesen "in zentraler Lage in einem entwickelten Ortskern" befindet. Geschäfte, Freibad, Sportzentrum, Schulen, Bahnhaltestelle, Autobahn - alles schnell zu erreichen.

"Seit Donnerstag sitzen die Architekten über den Sanierungsplänen", sagt Guido Roggendorf, wohl wissend, dass das 1838 als Tapetenfabrik gebaute und später als Kloster vom Orden der Cellitinnen genutzte Gebäude erst mit dem Grundbucheintrag in vier bis sechs Wochen endgültig in sein Eigentum und das seiner Mutter übergeht.

Die Sanierung, für die die Roggendorfs zwei Millionen Euro veranschlagen, und die Vermarktung der insgesamt 90 Appartements soll in drei Phasen ablaufen und in fünf bis sieben Jahren abgeschlossen sein. Dann sei die Immobilie sieben bis acht Millionen Euro wert. Im optimalen Fall könnten die Handwerker noch in diesem Sommer damit beginnen, die 30 bis 45 Quadratmeter großen Räume zu modernisieren, die Flure und Türen zu streichen und die Fenster zu erneuern. Erstes Arbeitsfeld wird das ehemalige Schwesternwohnheim sein.

Guido Roggendorf ist zuversichtlich, dass Wohnungen dieser Größenordnung vermittelbar sind, besonders für Singles oder kinderlose Paare. Denn: "Das haben wir auf dem Anzeigenmarkt festgestellt." Er will weg von den befristeten und häufig wechselnden Mietverhältnissen, die jetzt bestehen, hin zu dauerhaften Vermietungen, damit in diese Oase der Ruhe hinter dicken Mauern mitten in der Stadt auch in dieser Hinsicht wieder Ruhe einkehrt.

Nicht antasten will er die Mietverhältnisse mit der Stadt Bornheim und dem Landschaftsverband Rheinland. Das heißt: Der städtische Kindergarten und das Familienhaus können im alten Kloster bleiben. Der Kauf des unter Denkmalschutz stehenden Klostergebäudes war für die neuen Eigentümer nicht nur geschäftlich motiviert. "Wir kommen aus der Gegend und haben das Haus auch aus Verbundenheit mit der Region und aus Bodenständigkeit erworben. Das Objekt hat einfach Charme."