Geschichte von Maria Hilf

Bornheimer Kloster war eine Fabrik für Tapeten

Bornheim. Das weitläufige Gebäude mitten im Bornheimer Zentrum, das so lange als Nonnenkloster diente, war ursprünglich zu ganz weltlichen Zwecken errichtet worden. Der Unternehmer und spätere Bürgermeister Franz Witthof ließ es im Jahre 1838 als Tapetenfabrik bauen.

Dessen Witwe Katharina verkaufte die Fabrik 1883 an den in Köln beheimateten Orden der Cellitinnen.  Sie erfüllte sich und ihrer Familie damit den Wunsch, in Bornheim ein Kloster errichten zu lassen.

Mehr als 100 Jahre waren die Schwestern der Genossenschaft der Cellitinnen, die nach der Ordensregel des heiligen Augustinus leben, im Kloster Maria Hilf tätig. Das Kloster beherbergte in dieser Zeit ein Ferienheim, eine Kinderbewahranstalt und ein Exerzitienhaus mit Hauswirtschaftsschule.

Unvergessen ist vielen älteren Bornheimern Schwester Secunda, nach der die Straße entlang des Klosters benannt ist. Sie kam 1909 als ausgebildete Krankenpflegerin in das Kloster und erwarb sich dort schnell den Beinamen "Samariterin vom Vorgebirge" - wegen ihrer besonders engagierten, kompetenten und liebevollen Art, sich um die ihr anvertrauten Kranken zu kümmern.

In vielen Orten des Vorgebirges wirkte Schwester Secunda jahrzehntelang als Helferin bei Not und Krankheit und gab seelischen Halt. An sich selbst dachte die Ordensfrau dabei kaum, gönnte sich nie Urlaub. Sie stand auch der Marianischen Kongregation vor und feierte 1957 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ihr diamantenes Ordensjubiläum.

In Würdigung ihres unermüdlichen Schaffens verlieh ihr die Gemeinde Bornheim am 13. Juni 1957 die Ehrenbürgerschaft. Am 2. Juli 1957 starb die unvergessene Ordensschwester in Bornheim.

Im Zweiten Weltkrieg und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit beherbergte das Klostergebäude Teile der Bonner Universitätsklinik.