Bonner Bundeskanzlerplatz soll aufgemöbelt werden

100 000 Euro für einen städtebaulichen Wettbewerb vorgesehen - Ob das Land davon 70 Prozent übernimmt, entscheidet sich im Sommer - Sponsoren für weitere Kanzler-Büsten gesucht

Bonn. Ein "mehr als schlechtes Bild" gibt der Bundeskanzlerplatz ab, befand im Februar 2000 die Bezirksfraktion. Und die Verwaltung schloss sich der Einschätzung an: "Aus städtebaulicher Sicht ist die derzeitige Situation an dem Platz eher unbefriedigend".

Für einen Umbau in absehbarer Zeit fehlt mutmaßlich das Geld - doch tatenlos zusehen will die Stadt nicht. Der Entwurf des Haushaltsplanes 2005 enthält 100 000 Euro "zur Durchführung eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des Bundeskanzlerplatzes".

Bereits vor fünf Jahren hatte die Bezirksvertretung einen CDU-Antrag beschlossen, in dem die Verwaltung gebeten wurde zu prüfen, ob es Möglichkeiten gebe, die städtebauliche Situation an dem Platz zu verbessern - beispielweise durch einen Kreisverkehr und/oder den Verzicht auf die Rampen, also die Unterführung.

Die Verwaltung regte seinerzeit an, für 10 000 Euro eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, "um unter den gegebenen Rahmenbedingungen Lösungsschritte aufzuzeigen". Doch dieses Geld stellte der Rat nicht zur Verfügung, und damit wurde der Plan ad acta gelegt, zumal es der Bund "auf ausdrückliche Nachfrage" abgelehnt hatte, die Studie aus Mitteln der Entwicklungsmaßnahme Bundesviertel zu finanzieren.

Knapp vier Jahre später stand das Thema wieder auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung, aber auch des Hauptausschusses. Nun wurde die Verwaltung beauftragt, für den Platz einen städtebaulichen Wettbewerb vorzubereiten und Zuschüsse aus dem NRW-Städtebauförderungsprogramm für 2005 zu beantragen. Begründung: "Aufgrund seiner derzeitigen Situation kommt dem Bundeskanzlerplatz lediglich die Bedeutung eines Kreuzungsknotenpunktes, nicht aber die eines Platzes zu, der das wichtigste Einfallstor zum früheren Regierungsviertel darstellt." Der Bereich zeichne sich bisher ausschließlich durch die gelungene Adenauer-Büste aus; daher sollte auch geprüft werden, "ob nicht, zum Beispiel über Sponsoren, dort Kunstwerke bezüglich weiterer Bundeskanzler aufgestellt werden könnten".

Auch jetzt versicherte die Verwaltung, dass "dem Erscheinungsbild und der Funktion des Platzes eine hohe Bedeutung zukommt, für eine grundsätzliche Umgestaltung jedoch derzeit keine Planungsmittel zur Verfügung stehen".

Im Stadthaus wurde jetzt der Hauptausschuss-Beschluss vom 4. Dezember 2003 umgesetzt, indem Städtebauförderungsmittel beantragt wurden. "Wir rechnen in diesem Sommer mit dem Zuwendungsbescheid", sagte Monika Frömbgen vom Presseamt dem GA auf Anfrage. Wenn das Land der Durchführung des städtbaulichen Wettbewerbs zustimmt, würde es 70 Prozent der 100 000 Euro bezahlen; 30 Prozent kämen dann aus der Stadtkasse.

"Im Rahmen des Wettbewerbs sollen natürlich auch Aussagen über die Rampen getroffen werden", sagt Monika Frömbgen, "und wenn insgesamt akzeptable Lösungen präsentiert werden, hat die Umgestaltung des Platzes durchaus auch eine Chance auf Realisierung." Sie fügt jedoch hinzu: "Ob das Land Gelder für die Umgestaltung gibt, deren Kosten noch nicht feststehen, ist noch völlig offen." Für die Katz'' sei der Wettbewerb indes nicht, denn "somit erhalten wir eine Perspektive, wie man den Platz gestalten könnte, wenn die Finanzierung steht."

Dazu auch der Kommentar: "Der falsche Zeitpunkt"