Bei uns zu Hause

Am Deutschen Eck in Koblenz hat sich der Partnerschaftsverein Königswinter-Cognac auf gemeinsame Spurensuche begeben.

Königswinter. Deutsch-französische Geschichte wollten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Königswinter-Cognac bei einem Besuch in Koblenz erkunden, wo sie sich auf einer Führung über viele Zeugnisse der bewegten Geschichte der beiden Nachbarländer informieren ließen.

Das erste Beispiel, die Festung Ehrenbreitstein, wurde unter Napoleon von den Franzosen belagert und ausgehungert, bis sie 1799 übergeben und 1801 von den Franzosen gesprengt wurde; 1817 wurde sie von den Preußen wieder aufgebaut. Heute ist noch die riesige "Vogel Greif"-Kanone zu besichtigen, die nie im Ernstfall geschossen hat. Sie ist französisches Eigentum und steht als Leihgabe auf der Festung. Nach einem Mittagessen auf der Festung und der Überquerung des Rheins mit der Seilbahn ging es zur Kastorkirche. Der Brunnen auf dem Kirchplatz enthält eine kuriose Plakette aus der 20-jährigen Franzosenzeit in Koblenz: Der französische Präfekt ließ voreilig eine Lobpreisung von Napoleons Sieg im Russlandfeldzug anbringen. Nach der Niederlage und dem Einzug der Russen in Koblenz fügte der russische Kommandant ironischerweise seine Bestätigung hinzu. An diese Zeit erinnert auch der Schängelbrunnen auf dem Rathausplatz. Viele der deutsch-französischen Kinder hießen Jean, für die Koblenzer Schängel, und waren bekannt für ihre Unbekümmertheit. Daher spuckt der Bronzeschängel von Zeit zu Zeit die Besucher mit einem hohen Wasserstrahl an. Diese und noch viele weitere Spuren der Franzosen in Koblenz konnten die Mitglieder des Partnerschaftsvereins auf ihrem Tagsausflug bewundern. Am Ende stellt der Vorsitzende Karsten Hinrichs fest: "Wenn uns die Franzosen aus Cognac wieder besuchen, ist Koblenz ein tolles Ziel für einen gemeinsamen Ausflug."