Baupläne im Honnefer Uhlhof drohen zu platzen

Während die Mitarbeiter der Vorbereitungsstelle für Entwicklungshilfe (VEZ) im Honnefer Uhlhof am Dienstag bei schönster Spätsommersonne ihren Betriebsausflug genossen, zogen sich über ihrer Wirkungsstätte im Lohfeld dunkle Wolken zusammen: Der Plan für einen Neubau droht zu platzen.

Bad Honnef. Während die Mitarbeiter der Vorbereitungsstelle für Entwicklungshilfe (VEZ) im Honnefer Uhlhof am Dienstag bei schönster Spätsommersonne ihren Betriebsausflug genossen, zogen sich über ihrer Wirkungsstätte im Lohfeld dunkle Wolken zusammen: Der Plan für einen Neubau droht zu platzen.

Dabei schien vor knapp zwei Jahren alles in bester Ordnung, die Weichen für eine gedeihliche Zukunft gestellt: 13,8 Millionen Euro waren zugesagt. Die frohe Kunde, dass die Summe im Bundeshaushalt 2009 zur Verfügung gestellt werde, überbrachte Bundestagsabgeordneter Norbert Röttgen und in Bad Honnef herrschte eitel Freude.

Nur - getan hat sich auf dem Areal im Lohfeld seither nichts. Von erstem Spatenstich keine Spur. Schlimmer noch: Es sind offenbar Bestrebungen in Gang gekommen, der VEZ, einer Einrichtung der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent), in einem Neubau in der Bonner Rheinaue eine neue Heimat zu geben. Die an die 100 Personen zählende Belegschaft ist darüber informiert worden, wie Mitarbeiter gegenüber dem GA bestätigten.

l "Am seidenen Faden": Bürgermeisterin Wally Feiden schlägt Alarm: "Es brennt, das ist richtig, Der Neubau hängt am seidenen Faden. Aber es ist noch nicht alles verloren." Laut Feiden hat ein "externer Einspruch" das Projekt aus der Bahn geworfen. "Ein für mich völlig absurder Einspruch, aber er stieß beim damaligen Landesminister offensichtlich auf fruchtbaren Boden."

Wer den sicher geglaubten Neubau torpedierte, lässt Feiden offen. Sie will alles tun, um das Blatt noch einmal für Bad Honnef zu wenden. Dafür seien unter anderem Gespräche mit der Bundesimmobilienanstalt geplant, die den Auftrag zum Neubau am Uhlhof gehabt habe. In die Gespräche werde sie abermals im bewährten Schulterschluss mit Landrat Frithjof Kühn gehen.

  • Vorgeschichte: Schon 2006 war der Uhlhof in Gefahr. Damals konnte ein Umzug nach Ippendorf, wie vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit favorisiert, in letzter Sekunde mit vereinten Anstrengungen von Politikern der Region abgewendet worden. Inzwischen haben die Ansprechpartner in den Ministerien, auf Bundes- und Landesebene gewechselt, Leitungspositionen sind neu besetzt. Entsprechend wandelten sich laut Feiden offenbar auch die Positionen zur Investition in Bad Honnef. Feiden: "Ich fange jetzt praktisch noch mal von vorne an, für den Uhlhof zu kämpfen, aber mit aller Vehemenz."
  • Wirtschaftsfaktor: Für Bad Honnef ist die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Mehr als 10 000 Übernachtungen gehen jährlich auf das Konto des Uhlhofs. Die jährlich rund 1 500 Seminarteilnehmer reisen zumeist mit der ganzen Familie an. Im Schnitt verweilen die angehenden Entwicklungshelfer drei Wochen am Ort. Daher profitieren auch Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Einzelhandel in Honnef und Umgebung von den Gästen.
  • Übergangslösungen: Aus Platznot im Uhlhof wurden die Seminaristen bis zum Frühjahr 2008 in Baracken und Containern unterrichtet. Neubaupläne wurden damals vorgestellt, die behelfsmäßige "Container-Landschaft" dann abgebaut, Büros und Seminare in ein leerstehendes Gebäude der Firma Birkenstock verlagert. Für einen Teil der Seminaristen schließlich organisierte man Kost und Logis in einer Honnefer Ferienanlage.

    Im Mai 2010 sollte die Zeit der Notunterkünfte vorbei sein und ein neuer zentraler Rundbau stehen, bis 2011 die alte denkmalgeschützte Villa komplett renoviert und ein Appartementhaus fertiggestellt sein. Dann sollten die Mitarbeiter und ihre Gäste unter modernsten Bedingungen lernen und arbeiten können, auf über 6 000 Quadratmetern - mehr als doppelt soviel Fläche wie heute.