Bald hat das lange Warten ein Ende

<b>Bald Geschichte:</b> Einen tristen Anblick bietet derzeit das Hotel Rheineck an der Dollendorfer Fähre.

<b>Bald Geschichte:</b> Einen tristen Anblick bietet derzeit das Hotel Rheineck an der Dollendorfer Fähre.

Ende März wird das Hotel Rheineck an der Dollendorfer Fähre abgerissen, danach beginnt der Neubau - Umbau der Promenade soll ein halbes Jahr dauern

Königswinter. Dass den Grünen zuweilen der Ruf von Verhinderern und Verzögerern anhaftet, ist auf Bundes- und Landesebene nichts Neues. In der Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses gerieten nun jedoch auch die Königswinterer Grünen kurzzeitig in den Verdacht, wegen eigener Bedenken ein wichtiges Projekt auf die lange Bank zu schieben.

Im konkreten Fall ging es abermals um den Umbau der Niederdollendorfer Rheinpromenade. Bekanntlich stehen dafür, die jüngste Aufstockung des Budgets um 70 000 Euro inbegriffen, über 400 000 Euro zur Verfügung. Nun galt es im Ausschuss zu entscheiden, welche Varianten für Bäume, Pflaster, Geländer und Bänke die Kommunalpolitik favorisiert, um anhand dessen eine möglichst exakte Kostenberechnung vornehmen zu können. Eine gute Nachricht hatte der Baudezernent übrigens für diejenigen zu verkünden, die in der jüngsten Bürgerversammlung eine klare Trennung von Fuß- und Radweg forderten. Wie Hubert Kofferath mitteilte, sollen die Fahrradfahrer mittels Grünstreifen von der Promenadenfläche ferngehalten werden.

Während sich CDU und SPD im Anschluss an die Ausführungen von Baudezernent Hubert Kofferath rasch auf die bevorzugten Modelle festlegten, machte Rolf Kohlhausen (Grüne) nach längerem Hin und Her weiteren Beratungsbedarf seiner Fraktion geltend. Welche konkreten Fragen seitens der Grünen noch zu klären sind, wollte Kohlhausen trotz Drängens der anderen Fraktionen nicht verraten. Und auch eine fünfminütige Sitzungsunterbrechung, in der Vertreter von CDU und SPD das Gespräch mit ihm suchten, konnte den Mandatsträger nicht umstimmen. "Es ist gute Übung, dass ein Thema bei Beratungsbedarf einer Fraktion noch einmal vertagt wird", stellte CDU-Fraktionschef Karl Schmitz bedauernd, aber nüchtern fest.

Die daraus entstehenden Verzögerungen für die Arbeiten - inzwischen wartet man in Dollendorf bereits seit über einem Jahr auf den Baubeginn - halten sich jedoch in Grenzen: So stellte Kohlhausen in Aussicht, dass seine Fraktion in der Ratssitzung am kommenden Montag entscheidungsfähig ist. Die zunächst allseits befürchtete Verschiebung in den Bauausschuss am 12. April bleibt dem Projekt somit erspart.

Dennoch ließ der Zeitplan für den Umbau, mit dem die Experten rechnen, die Kommunalpolitiker aufhorchen: Nach Angaben des koordinierenden Ingenieurbüros werden die Arbeiten sechs bis sieben Monate dauern - sofern sie nicht durch Hochwasser oder andere Probleme behindert werden. Angesichts der erforderlichen Fristen für die Ausschreibung dürfte vor Mai mit einem Arbeitsbeginn kaum zu rechnen sein. Dass die Rheinpromenade dann für den Rest des Jahres eine Baustelle sein wird, löste bei den Fraktionen zwar keine Begeisterung aus, muss im Sinne des Projektabschlusses aber wohl in Kauf genommen werden.

Ungeachtet dieser Nachrichten wird das Areal an der Dollendorfer Fähre bereits Ende März zur Baustelle. Dann nämlich beginnt der Abriss des früheren Hotels Rheineck, von dem inzwischen nur noch eine Ruine übrig ist. Wie der Investor, der 54-jährige Rechtsanwalt Udo Wolter aus Niederdollendorf, auf Anfrage des General-Anzeigers bestätigte, entstehen anstelle des alten "Rheinecks" acht Wohneinheiten und - im Erdgeschoss - wiederum ein gastronomischer Betrieb.

Als Bauherr ist Wolter kein unbeschriebenes Blatt: Mitte der 80er Jahre renovierte er das Haus Schönsitz an der Hauptstraße. Für den Neubau an der Fähre, in den er übrigens auch selbst einziehen will, kalkuliert er eine Bauzeit von maximal 16 Monaten ein. Die übrigen Einheiten plant er als Eigentumswohnungen zu vermarkten. Für die alten Kastanien auf dem Grundstück, ein Herzensanliegen vieler Dollendorfer, ist übrigens Ersatz vorgesehen: Dort werden neue, junge Bäume gepflanzt. Bis sie so stattlich sind wie ihre Vorgänger, dürften indes einige Jahre vergehen.