Böllerschüsse für das neue Schiff

Taufpatin Birgit Beck (Mitte) waltet ihres Amtes und durchschneidet das Band, mit dem eine Sektflasche gelöst wird, die schließlich am Bug der MS Brohl zerschellt.

Taufpatin Birgit Beck (Mitte) waltet ihres Amtes und durchschneidet das Band, mit dem eine Sektflasche gelöst wird, die schließlich am Bug der MS Brohl zerschellt.

"Hiermit taufe ich Dich auf den Namen Brohl" - Böllerschüsse und Schiffssirenen signalisierten am Donnerstagmittag, dass auf dem Rhein ein besonderes Ereignis stattfand.

Brohl. "Hiermit taufe ich Dich auf den Namen Brohl" - Böllerschüsse und Schiffssirenen signalisierten am Donnerstagmittag, dass auf dem Rhein ein besonderes Ereignis stattfand: Das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen hat im Hafen von Brohl ein neues Schiff in Dienst gestellt.

Vor den Augen rund 80 geladener Gäste ließ Taufpatin Birgit Beck von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Sektflasche am Bug des neuen Arbeitsschiffes zerschellen. Die "MS Brohl" wird in den kommenden Jahrzehnten ihren Dienst auf dem Rhein verrichten.

Knapp eine Million Euro hat das 20 Meter lange und fast fünf Meter breite Schiff gekostet, das nun nach siebenmonatiger Bauzeit fertig gestellt wurde. 50 Spezialisten haben an dem Spezialfahrzeug in der Werft Derben an der Elbe gearbeitet, bevor es hieß "Leinen los". Zwei Schiffschrauben, die von zwei Motoren je 243 Pferdestärken angetrieben werden, sollen die MS Brohl sicher im Fahrwasser halten.

Die Überwachung der Fahrrinne, das Wechseln von Schifffahrtszeichen, Instandsetzungs- und Unterhaltungsarbeiten sowie Hindernissuche gehören zu ihren vordringlichen Aufgabengebieten. Für Peilungen wurde das Schiff mit einem Echolot und einem Seitensichtsonar ausgerüstet.

Bei Schiffsunfällen soll das Boot wertvolle Hilfeleistungen erbringen. "Mit der Indienst-Stellung des neuen Arbeitsschiffes erhält der Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Brohl ein vielseitiges und leistungsfähiges Schiff, das allen Anforderungen gerecht wird", sagte der Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Mainz, Heinz-Josef Joeris, bei der Taufe. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung leiste ihren Beitrag zur Erhaltung des Rheins "als leistungsfähigen, zuverlässigen und umweltverträglichen Verkehrsweg".

Die MS Brohl ersetzt die MS Unkelstein, die bislang zwischen Urmitz bei Koblenz und der Landesgrenze bei Bad Honnef/Rolandswerth pendelte. Die Unkelstein wird allerdings nicht verschrottet, sondern auf die Saar "versetzt".

In Gegenwart von Verbandsbürgermeister Bernd Weidenbach und der Brohl-Lützinger Ortsbürgermeisterin Christel Ripoll sowie zahlreichen Mitarbeitern der Wasserbehörde fand schließlich die Taufe des Verkehrssicherungsschiffes statt.

Die Flotte des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen umfasst 13 Schiffe. Zu den wenigen Schiffen, die nie getauft wurden, zählt übrigens die "Titanic". Grund genug für den Brohler Festakt.