Silvester in der Welt: Ausländische Studenten erklären, wie bei ihnen zu Hause gefeiert wird | GA-Bonn

Silvester in der Welt

Ausländische Studenten erklären, wie bei ihnen zu Hause gefeiert wird

REGIOM.  Andere Länder, andere Sitten: Der General-Anzeiger hat junge Menschen aus dem Ausland, die in der Region studieren, gefragt, wie bei ihnen zu Hause Silvester gefeiert wird. Susanne Östergran aus Schweden, Young-Ju Lee aus Südkorea, Antonio Martins aus Brasilien und Yi Chen und Qiao Chen aus China erzählen von lustigen Verrenkungen, doppelten Feiern, traditionellen Gerichten und Treffen mit der ganzen Familie.
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Bei Susanne Östergran in Schweden wird zu Silvester Twister gespielt.
											Foto: Frank Homann

Bei Susanne Östergran in Schweden wird zu Silvester Twister gespielt. Foto: Frank Homann

  • Wer mit Susanne Östergran Silvester feiern möchte, muss sportlich sein. "Mitternacht schießen wir Raketen, Champagnerkorken fliegen", erzählt die 22-jährige Schwedin aus Stockholm, die seit Februar an der Internationalen Hochschule Bad Honnef-Bonn Eventmanagement studiert.

    Junge Leute gingen oft zu Housepartys, erzählt sie: "trinken, tanzen, spielen, Spiele wie Twister. Dafür gibt es speziell einen Twister-Teppich mit Farbpunkten. Der Mitspieler wird angewiesen, auf welchen Farbfleck er Hände und Füße stellen soll. Das kann sehr akrobatisch werden. Bei uns in Schweden sitzen die Menschen nicht vor dem Fernseher. Alle sind Mitternacht draußen. Und danach machen auch die Älteren richtig Party."

    Susanne wird diesmal jedoch in Deutschland Silvester feiern. Zu Hause in Schweden gibt es für die Familie derweil ein großes Abendessen. "Meine Mutter kocht dann gern international", sagt die 22-Jährige.
     
  • Young-Ju Lee (36) studiert Architektur im dritten Master-Semester an der Alanus Hochschule in Alfter. Sie ist seit vier Jahren in Deutschland. In ihrer Heimat Südkorea wird gleich zwei Mal Silvester gefeiert: "Einmal am 31. Dezember. Da versammeln sich in meiner Heimatstadt Seoul alle auf dem Marktplatz rund um einen buddhistischen Glockenturm." Um Mitternacht schlägt der Bürgermeister die Glocke an, dann wird zu Hause mit Freunden weitergefeiert.

    Das zweite Silvester gilt nach dem Mondkalender. Das ist ein traditionelles Fest, wo jeder nach Hause fährt und mit seinen Verwandten feiert. Auch der Vorfahren wird gedacht: Für sie bereitet man einen Gabentisch, vor dem sich die Männer - in modernen Familien auch die Frauen - drei Mal verbeugen. Später wird dann auch auf die Gesundheit angestoßen."
     
  • Der Brasilianer an sich neigt zum Aberglauben, erzählt Antonio Martins. Am Silvesterabend, so der Student der Biomedizin aus Rheinbach, müssen Alt und Jung weiße Kleidung tragen. "Und meist wird noch eine Zusatzfarbe ausgegeben, die man als Unterwäsche, Tasche oder Socken tragen sollte", sagt der 27-Jährige.

    Wobei die Socken bei hochsommerlichen Temperaturen in seiner Heimatstadt Brasilia eher verzichtbar sind. Zwingend erforderlich ist dagegen ein opulentes Feuerwerk. "Raketen können das ganze Jahr über gekauft werden, und manche Familien legen sich ein richtiges Arsenal an", so der Student der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg.

    Vor dem Feiern mit Freunden steht das Essen mit der Familie. "Es gibt zum Beispiel Linsensuppe, die für Glück und Reichtum steht." Oder Granatäpfel, deren Fruchtfleisch verspeist wird und von denen sieben Kerne über die Schulter gespuckt werden müssen. Sofern man meernah feiert, könne man auch die ersten sieben Wellen überspringen. Dieses Jahr feiert er mit seiner deutschen Verlobten im Waldhotel in Rheinbach. Mit Feuerwerk natürlich.
     
  • Sie sind seit fünf Monaten in Deutschland und werden insgesamt zwei Jahre bleiben. Silvester hierzulande ist für sie also eine Premiere. Den Jahreswechsel verbringen Yi Chen und Qiao Chen aus China in einer deutschen Familie und nicht auf einer Party. Das hat auch in der Heimat der beiden Studentinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin Tradition.

    "Da ist das ganze Land auf den Beinen, weil alle zu ihren Familien fahren", sagt die 21-jährige Yi Chen. Geböllert werde nur auf dem Land - in den Städten sei Feuerwerk verboten. Man sitze in der Großfamilie mit Großeltern, Cousinen, Tanten und Onkel zusammen, spiele Karten, führe Gespräche, schaue Fernsehen und trinke Alkohol. "Viel Alkohol. Meinem Vater geht es am nächsten Tag immer ziemlich schlecht", so Qiao Chen, 20 Jahre alt.

    Und was ist das für Alkohol? "Mit viel Prozent, so um die 40", erklärt sie. Wichtigster Feiertag sei aber Neujahr nach dem chinesischen Mondkalender, das Frühlingsfest. Im Jahr 2013 ist es am Samstag, 9. Februar.
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