Lauf in den Alpen

Ausdauertraining auf dem Transalpin-Run

Daniel Weiser (links) und René Göldner auf dem höchsten Punkt der Tour, dem 2720 Meter hoch gelegenen Fitschölpass.

SIEBENGEBIRGE. Einmal über die Alpen in sechs Tagen - eine spezielle Form des Sommerurlaubs ließen sich die beiden passionierten Ausdauerläufer Daniel Weiser (36) aus Thomasberg und René Göldner (38) aus Bonn einfallen. Mit einem fünf Kilogramm schweren Rucksack und Stöcken überquerten sie das Gebirge von Oberstdorf im Allgäu bis nach Italien - das waren insgesamt 205 Kilometer und 21 000 Höhenmeter.

Sie bewegten sich bei den zwischen 29 und 43 Kilometer langen Tagesetappen auf den Spuren des Transalpin-Run im vergangenen Jahr, den Daniel Weiser gerne mitgelaufen wäre. Jedoch bekam er keinen Startplatz. Ein Jahr zuvor hatte er sich zusammen mit seinem Freund Torsten Schneider im Vorderfeld platziert.

Wo auf den steinigen und schmalen Gebirgspfaden gelaufen werden konnte, wurde gelaufen. Im Gegensatz zum Wettkampf erwarteten die beiden unterwegs jedoch keine Verpflegungsstellen, um die leeren Speicher wieder aufzufüllen. Sie mussten stattdessen mit Eigenverpflegung auskommen und übernachteten auch nicht, wie beim Transalpin Run im Tal in Turnhallen, sondern in zünftigen Berghütten.

Beide Läufer hatten sich eine gemeinsame Unternehmung schon lange vorgenommen, zumal sie sich bei ihren Wettkämpfen in der Heimat nicht häufig über den Weg laufen. Daniel Weiser, der für die LAZ Rhein-Sieg startet, gehört zu den besten Läufern, der für die SSF Bonn antretende René Göldner zu den besten Triathleten in der Region.

Das Laufen verbindet die beiden Athleten, die im Training mitunter 30 Kilometer gemeinsam im Siebengebirge zurücklegen. Besonders die vielen stundenlangen Auf- und Abstiege gestalteten den Lauf schwierig. "Bei einem Tagespensum von sechs bis acht Stunden ohne Pause blieb nicht viel Zeit zum Trödeln, erst recht, wenn es Pässe und Gletscher zu überqueren galt", berichtete Weiser.

"Die Herausforderung, sich trotz hoher Belastung für die Beine und dem Ironman Triathlon, den ich zwei Wochen zuvor absolviert hatte, jeden Tag erneut aufzuraffen und seinen Rhythmus zu finden, hat mir gezeigt, dass es auch bei Müdigkeit immer weiter gehen kann, wenn man will", so Göldner. Der größte Schmerz trat immer auf, wenn es bergab ging. Belohnt wurden die beiden Läufer nach den ersten zwei schwierigen Regentagen mit Sonne und herrlichen Ausblicken von bis zu 2720 Metern Höhe, die zu passieren waren.

An zwei Tagen wurden sie von ihren Freunden Nina Kunz und Lars Haferkamp begleitet. Überglücklich rannten Daniel Weiser und René Göldner am sechsten Tag auf den Marktplatz des italienischen Dörfchens Mals ein und fielen sich in die Arme. Nach einer kurzen Pause geht es nun für Göldner Ende September zur Triathlon-Langdistanz nach Barcelona und für Weiser ins Siebengebirge, mit dem Ziel, dort die gesamte Lauf-Cup-Serie zu gewinnen.