GA-Serie "Rheinische Redensarten"

Auf der Spur des rheinischen Dialektes

Region. Der General-Anzeiger spürt in seiner neuen Serie mit Dialektsachverständigen bekannten und sinntiefen rheinischen Redensarten nach. Wir stellen ausdrucksstarke, schöne, tradierte Sprüche des Dialekts vor, erläutern sie und stellen sie in den Alltagszusammenhang.

Der Rheinländer an sich ist selten um ein Wort verlegen. Er gilt als schlagfertig und redegewandt. Und er formuliert Sätze, die kaum Gegenrede zulassen. Selbst Aussagen, die in der Schriftform mit einem Fragezeichen enden, sind meist nur rhetorisch als solche gemeint. Tatsächlich sagt er seine Meinung, teilt seine Weltsicht mit, und damit Schluss.

Aber das auf ganz unnachahmliche Weise und dabei auf einer Abstraktionsebene, die Ihresgleichen sucht. Um den Geheimnissen der rheinischen Redensarten auf die Schliche zu kommen, startet der General-Anzeiger ein Serie. Auf unserer Rheinlandseite werden wir im Wochenrhythmus ausdrucksstarke, schöne, tradierte Sprüche des Dialekts transportieren, erläutern und in den Alltagszusammenhang stellen.

Unterstützung erhalten wir von zahlreichen rheinischen Muttersprachlern, die sich seit vielen Jahren um den Erhalt des Dialektes in Bonn und der Region verdient machen. Ganz vorne mit dabei ist der renommierte Heimatfilmer Georg Divossen, der schon etliche Projekte zu diesem Thema realisiert hat und auf dessen weiterführenden Medien wir im Internet verweisen dürfen. Unterstützung bekommen wir außerdem von Willi Baukhage, Heinrich Hönig, Karola Baldus, Werner Jaroch, Gisbert Stenz, Heinrich Pützler, Bernd Schumacher und anderen.

Sie haben sich bereiterklärt, aus ihrem Erfahrungsschatz bei der Entschlüsselung von rheinischen Redensarten behilflich zu sein. Wir starten mit so lebensvollen Sätzen wie „Ich hann ene Jrömmel en de Trööt“, „Kleen Kessele ha jruße Uhre“, „Ich han leeveer eene der metjeht, wie zwei die nohkumme“, „Der jlööv, watte lüch“ und „Die sen eene Kopp un eene Aasch“. Wer diese Sätze ohne fachliche Unterstützung versteht, der steckt schon tief in der Materie und darf sich glücklich schätzen, denn er hat bereits eine Ahnung vom philosophischen Tiefgang der rheinischen Sprache.

Wer ebenfalls ausdruckstiefe rheinische Redewendungen kennt, der darf sie uns zusenden. Wir werden sie dann mit unseren Sachverständigen erörtern und in unsere Kolumnenserie integrieren.

An dieser Stelle müssen wir noch einen kleinen Exkurs zur Rechtschreibung des Rheinischen unternehmen: Der Dialekt ist in erster Linie eine gesprochene Sprache. Zudem variiert er von Ort zu Ort, so dass die Schreibweise stets nur eine Annäherung an den Sprachklang ist. Immer wieder haben Autoren von Wörterbüchern versucht, auch dem Dialekt eine verbindliche Schreibung zu verleihen. Das muss aber immer Stückwerk bleiben. Wir können nicht entscheiden, wer da „Recht“, „Rääsch“ oder „Rääch“ hat.

Weitere Filme und rheinische Redwendungen gibt es auf der Internetseite von Georg Divossen unter www.bönnsch-abc.de. Vorschläge für weitere Redewendungen, die anlässlich der Serie erklärt werden sollen, gehen an die E-Mail-Adresse: rheinisch@ga-bonn.de.