Auf Margarethenhöhe entstehen "Die Höfe"

Dollendorfer Bungertshof eröffnet Dependance in früherer Friedrich-Naumann-Stiftung - Wanderer sind willkommen, Hochzeitsgesellschaften und Firmen ebenso

Siebengebirge. Der Oberdollendorfer Bungertshof expandiert und eröffnet eine Dependance mitten im Siebengebirge. So wird die Gastronomin Nadja Jansen bereits am 1. April in der ehemaligen Friedrich-Naumann-Stiftung auf der Margarethenhöhe eine neue Gaststätte eröffnen. Dort endet somit eine achtjährige Phase des Leerstands. Im Dollendorfer Bungertshof bleibt hingegen alles beim Alten.

"Wir werden ab April die Außengastronomie, die Veranstaltungsetage und die Klause bewirten", berichtet Bungertshof-Chefin Nadja Jansen. Seit sechs Jahren betreibt sie den Bungertshof an der Heisterbacher Straße. Und obwohl die gelernte Altentherapeutin erst damals als Quereinsteigerin den Weg in die Gastronomie fand, scheint sie in Oberdollendorf ausreichend Erfahrung gesammelt zu haben, um sich die zusätzliche Herausforderung zuzutrauen. Wie im Tal, so tritt sie auch auf der Margarethenhöhe als Pächterin auf.

Auf der Außenfläche - 100 Stühle sind bestellt - wollen Jansen und ihre Mannschaft in erster Linie die Ausflügler und Wanderer bedienen, die die Margarethenhöhe besonders bei gutem Wetter in großer Zahl ansteuern. Die Küche wird dann Kleinigkeiten von der Suppe über den Jausenteller bis hin zu Kaffee, Kuchen und Eis bereithalten. "Vorstellbar ist auch ein monatlicher Jazz-Frühschoppen", blickt Nadja Jansen in die Zukunft.

Die Kellerklause im Souterrain - früher verbrachten dort die Gäste der Friedrich-Naumann-Stiftung die Abende in geselliger Runde - soll sich besonders bei trüberem Wetter und abends mit Gästen füllen. Was die Öffnungszeiten betrifft, so will sich die Wirtin noch nicht festlegen. "Wir werden einen oder zwei Ruhetage machen, ansonsten aber täglich zur Verfügung stehen. Wie lange wir abends öffnen, das muss sich erst einspielen", sagt Jansen.

Die 400 Quadratmeter großen Repräsentanzräume der FDP-nahen Stiftung im Erdgeschoss des Gebäudes wird die 55-jährige Gastronomin ebenfalls bewirtschaften, dies jedoch ausschließlich für besondere Veranstaltungen. "Hochzeitsfeiern, Geburtstage, Betriebsfeste, Tagungen", so umschreibt Jansen das mögliche Geschehen, für das sich droben ein etwas schickeres Ambiente erschließt als im eher rustikal geprägten Bungertshof.

Die erste Buchung einer Gruppe von 200 Leuten liegt ihr übrigens bereits vor. Übernachten werden diese Gäste im Maritim-Hotel; und auch mit dem benachbarten Sophienhof, der ebenfalls Übernachtungsgäste beherbergt, will Jansen künftig intensiv kooperieren.

Einen Namen hat Nadja Jansen für den Zweitbetrieb auch schon gefunden: "Die Höfe", so soll das Ittenbacher Lokal in Anlehnung an die Traditionsnamen Margarethen- und Bungertshof heißen. Zurzeit laufen am Fuße des Oelbergs die Umbauarbeiten auf vollen Touren. "Im Moment herrscht noch Chaos, aber ich hoffe, dass doch alles planmäßig klappt", bekennt Jansen freimütig. So stehe etwa die Schankerlaubnis der Stadtverwaltung noch aus.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung hatte das Siebengebirge 1999 in Richtung Potsdam verlassen. Der Margarethenhof verfiel daraufhin in den Dornröschenschlaf vergeblicher Verkaufsversuche, aus dem ihn erst vor einem Jahr die Linzer Steffens-Brauerei mit ihrem geschäftsführenden Gesellschafter Christian Runkel erweckte. Deren Immobilientochter RKW Grundbesitz kaufte das komplette Anwesen, um es gleich mehreren neuen Bestimmungen zuzuführen. Neu eingezogen ist - im Anbau - seitdem die Firma IUL Instruments GmbH, eine Vertriebsgesellschaft für Laborgeräte.

Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) im angrenzenden Naturparkhaus ist ebenfalls ein Mieter Runkels. Für die oberen Etagen im Haupthaus, insgesamt 700 Quadratmeter, werden noch Mieter gesucht. Der Eigentümer sieht eine weitere Nutzung als Büros vor, Verhandlungen mit Interessenten laufen.

Die Margarethenhöhe kann sich durch die anstehende Neueröffnung zusehends als "Gastro-Meile" sehen lassen: Mit dem Oelberg-Restaurant, dem Hotel Im Hagen am Oelbergringweg sowie dem Margarethenkreuz und dem Sophienhof als unmittelbaren Nachbarn stehen den Besuchern im Herzen des Siebengebirges fortan fünf großräumige Lokale, allesamt mit weitläufiger Außenbewirtung, zur Verfügung.

Im Oberdollendorfer Bungertshof soll nach Angaben von Nadja Jansen alles bleiben wie bisher. Das Lokal hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit seinem umfassenden Kulturprogramm einen Namen gemacht. Und das soll auch so bleiben. Die Besucher von Kabarett und Konzerten sorgen zwar mitunter in der Nachbarschaft für Verdruss, weil sie die ohnehin bestehende Parknot in Dollendorf noch verschärfen. Allerdings fahren sie zumeist zufrieden nach Hause, was das Image von Oberdollendorf wiederum stützt.