Erneuerung des Drachenfelsplateau

Am 21. September soll alles fertig sein

Baufortschritte: Am Wochenende wird hier der Boden des Glaskubus gegossen.

SIEBENGEBIRGE. Die Arbeiten auf dem Drachenfelsplateau sollen am 21. September sollen endgültig abgeschlossen sein. Ursprünglich sollte das bereits 2011 der Fall sein, doch die Arbeiten verzögerten sich immer wieder.

Liegt es am strahlenden Sonnenschein auf dem Drachenfelsplateau? Die Mienen von Ägidius Strack und Andreas Pätz haben sich gegenüber jener Stadtratssitzung an einem Novembertag vor vier Monaten erheblich aufgehellt. Damals mussten sie über die Verteuerung des Projekts berichten. Jetzt wird überall gehämmert und gebohrt. Auf der Großbaustelle brummt es.

Und das sehen Bauherr Pätz und Projektsteuerer Strack natürlich gerne. Denn es war ja nicht immer so. Erst sollten die Arbeiten auf dem Plateau im Jahr 2011, dann Ostern 2012, später im Juni 2012 abgeschlossen sein.

Jetzt soll der 21. September der große Tag sein. "Ein nicht unambitionierter Zeitplan", sagt Andreas Pätz, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG), die Bauherrin des Projekts ist.

Im Altbau, der in den 30er Jahren als Hotel errichtet wurde, geht es über ein neues Treppenhaus nach oben. Die neue Treppe wurde eigens gebaut, um die unter Denkmalschutz stehende Holztreppe im historischen Treppenhaus in der Bauphase zu schützen. Dabei stieß man auf Felsbrocken in der Wand.

"Der Sohn des damaligen Architekten wusste noch, dass Teile aus dem Drachenfels herausgesprengt und in den Hotelwänden verbaut wurden", sagt Strack. Er kann sich vorstellen, dass die Zeugnisse der Vergangenheit für das künftige Publikum sichtbar gemacht werden. In der zweiten Etage des Gebäudes liegt die Schaltzentrale des Regionale-Projekts. Ein großer Plan mit Zeitstrahlen liegt ausgebreitet auf dem Tisch. Oben der Altbau, unten der Neubau.

Die letzten der verschieden farbigen Strahlen enden im September. Im Altbau wurde vor eineinhalb Wochen mit dem Innenausbau begonnen. Heizung, Lüftung, Elektro, Sanitär, alles keine Hingucker, aber unverzichtbar. Im ersten Obergeschoss entstehen zwei Seminarräume, 67 und 22 Quadratmeter groß, mit Blick auf Oelberg und Löwenburg. Man weiß nicht, ob man die künftigen Seminaristen bei so einem Ausblick eher beneiden oder bedauern soll.

Im Juni ist der Innenausbau des künftigen Restaurants im Altbau mit einer Wandverkleidung aus Raucheiche geplant. Der unter Denkmalschutz stehende Schachbrettboden aus schwarzem und gelbem Naturstein ist abgedeckt, damit er nicht Schaden nimmt.

Im Neubau soll am Samstag die Decke des Sockelgeschosses betoniert werden. Darüber entsteht der Glaskubus. Wenn die Trägerkonstruktion fertig ist, wird im Mai die Fassade aus Orniluxglas gebaut. "Wir sind da völlig unbeeindruckt von der Klage des BUND vor dem Verwaltungsgericht. Die Fassade wird durch ein Gerüst und eine Folie verdeckt", sagt Pätz.

Bei den Kosten, die von ursprünglich 8,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 9,3 Millionen Euro kletterten, erwartet Strack keine weiteren bösen Überraschungen mehr. "Wir machen wöchentlich scharfe Hochrechnungen", sagt er.

Die Mauereidechsen lassen sich durch die Arbeiten auf dem Plateau nicht beeindrucken. Dort, wo die unter dem Glaskubus gelegene Verblendung der unteren Etage durch eine Natursteinmauer entstehen wird, tummelten sie sich gestern. Hier entsteht auch eine ökologische Ausgleichsfläche zur Erweiterung des Lebensraumes des possierlichen Tieres.

Für Andreas Pätz ein zusätzlicher Beleg dafür, dass das oberste Ziel des Regionaleprojekts erreicht werden wird: "Statt des Riesenklotzes entsteht ein schlanker Glaskubus, der den öffentlichen Raum auf dem Plateau aufwertet." Das gilt für Touristen - und Echsen.