Al Dschasira mailt vom Rhein in die Wüste

Großes Medien-Aufgebot in Königswinter - 50 Feuerwehrleute sorgen für die Sicherheit

Königswinter. "Für uns ist das eine große Sache", erklärt der stellvertretende Stadtbrandmeister Bruno Lemke. "Schließlich sind alle Mitglieder der Königswinterer Freiwilligen Feuerwehr berufstätig und mussten sich für die Konferenz am Montag frei nehmen", berichtet Lemke über den Beitrag der Feuerwehr zum Afghanistan-Gipfel im Bundesgästehaus.

Der erfahrene Feuerwehrmann aus der Altstadt ist stolz auf die organisatorische Leistung der ehrenamtlichen Wehrmänner. Ab 16 Uhr sind die Feuerwehrmänner am Sonntag ständig mit zwölf Leuten auf dem Petersberg. Insgesamt werden rund 50 Brandschützer, die sich alle im Gebäude des Bundesgästehauses gut auskennen, im Schichtdienst im Einsatz sein.

Vier Schichten werden die Brandschützer vermutlich besetzen müssen, stehen aber über den Montagabend hinaus auf Abruf für das Auswärtige Amt bereit. Doch sind die Bedingungen für die Feuerwehrleute nun ganz anders als bei früheren Konferenzen, als es auf dem Petersberg eigene Unterkunftsmöglichkeiten für die Wehrmänner gab. Aber die Kollegen lassen die Königswinterer nicht hängen. "Die Polizei hat ein eigenes Zelt aufgebaut. Dort können wir uns Essen aufwärmen und bekommen sogar von der Verpflegung der Polizei etwas ab."

Bruno Lemke selbst wird Sonntag und Montag nicht auf dem Petersberg dabei sein, denn die normale Arbeit geht "unten" weiter. An den beiden Tagen muss die Feuerwehr Königswinter von den Wehren aus dem Berggebiet und aus Bad Honnef unterstützt werden. Darüber hinaus wird trotz des internationalen Großereignisses auf dem Petersberg in Königswinter selbst, abgesehen von Beeinträchtigungen für den Straßenverkehr aufgrund von Sperrungen, alles seinen geregelten Gang gehen. Denn außer der Feuerwehr sind kaum Königswinterer Stellen involviert. Die ärztliche Notfallversorgung wird vom Rhein-Sieg-Kreis gestellt, den Schutz der Konferenzteilnehmer übernehmen die Polizei Bonn und das Bundeskriminalamt. "Wir haben ein Trockenlöschfahrzeug auf dem Petersberg, um die Hubschrauberlandungen zu sichern", erklärt Lemke.

Wie viele der 35 Delegationen per Hubschrauber anreisen, wird nicht mitgeteilt - Sicherheitsstufe eins. Zusätzlich zum Gipfelgeschehen muss aber auch ein Ansturm der internationalen Presse bewältigt werden. Das Pressezentrum für die rund 400 akkreditierten Journalisten wird im Arbeitnehmerzentrum (AZK) eingerichtet. "Wir stellen aber nur den Konferenzraum zur Verfügung", heißt es im AZK. Auch die Jugenddorf-Christophorusschule (JCD) hatte dem Auswärtigen Amt Kapazitäten angeboten, die allerdings nicht benötigt werden.

Alle großen Medien schicken ihre Korrespondenten: CNN und BBC werden wie die großen deutschen Sender mit eigenen Übertragungswagen vor Ort sein. Auch der bekannte arabische Sender Al Dschasira schickt einen Korrespondenten an den Rhein. Aber auch in der Washington Post, Financial Times, New York Times und sogar der Pakistan Post werden aktuelle Berichte aus Königswinter zu lesen sein. Die Shuttledienste zu den Pressekonferenzen auf dem Petersberg organisieren Polizei und BKA.

Die Logistik, wie zum Beispiel die Bereitstellung von ausreichend Computerarbeitsplätzen für die Zeitungsreporter, wird von einer Kölner Zweigstelle einer Berliner Agentur organisiert. In der kleinen Außenstelle arbeiten derzeit zehn statt drei Angestellte und bereiten in größter Hektik den Weltgipfel vor. "Hier herrscht Tohuwabohu", war am Freitag nur zu erfahren.