Abbau soll am Römerkanal enden

SWISTTAL-DÜNSTEKOVEN. Fachleute tauschen Argumente für und gegen die Flerzheimer Kiesabbau-Erweiterung aus. Sitzungsmarathon zum Thema Quarzabbau in Swisttal: Fast acht Stunden dauerte gestern die Anhörung der Bezirksregierung Arnsberg im Dünstekovener Dorfsaal zu den Erweiterungsplänen der Kieswerke Rheinbach.

 Diese wollen bis 2032 ihren Tagebau auf einer Fläche von knapp 23 Hektar in Richtung Buschhoven ausdehnen, bis auf 390 Meter an den Ortsrand. Einige Buschhovener protestierten mit Transparenten und Schildern gegen die Pläne. Die Bezirksregierung Arnsberg führt als oberste Bergbehörde des Landes das Genehmigungsverfahren durch. Bei der Anhörung tauschten alle Beteiligten Argumente und Informationen aus, vorwiegend in Fachvorträgen. Rund 30 Behörden, Verbände und betroffene Bürger waren geladen. Die Kieswerke, allein mit acht Vertretern anwesend, stellten ihre Pläne vor - wobei vor allem die Fachleute des Landschaftsschutzvereins Kottenforst (Thomas Klodt, Gerd Pflaumer und Monika Goldammer) und der Gemeinde Swisttal (Beigeordnete Petra Kalkbrenner und Planer Jürgen Funke) oft einhakten und ihre Bedenken darstellten. Diese reichen von der Zerstörung der Landschaft bis hin zum Grundwasserschutz. Kritik gab es auch wegen der Nähe zum Römerkanal: Zwar tangieren die Pläne - anders als bei früheren Entwürfen - nicht mehr unmittelbar die historische Wasserleitung. Der Abstand zwischen der Sole des Abbaus und dem Kanal beträgt jedoch nur neun Meter. "Der Kanal ist nicht gefährdet", so Kieswerke-Planer Willi Wolter mit Hinweis auf Gutachten - was Susanne Ermert vom Amt für Bodenkmalpflege bezweifelte. Die Bezirksregierung Arnsberg entscheidet noch nicht direkt über den Antrag der Kieswerke. Wie ihr Vertreter Jens Hey erklärte, wird die Sitzung zunächst ausgewertet. Das kann Wochen dauern. "Gegebenenfalls holen wir weitere Gutachten ein." Unabhängig vom bergrechtlichen Genehmigungsverfahren steht am Freitag im Regionalrat der Kölner Bezirksregierung eine Entscheidung zum Quarzabbau an: Die Fraktionen wollen den Regionalplan so ändern, dass bei Buschhoven kein weiterer Abbau mehr möglich ist - ein Beschluss, den die Bergbehörde bei ihrer Abwägung berücksichtigen muss.