17,4 Millionen Euro werden ins Honnefer Krankenhaus investiert

Künftig soll es komplettes medizinisches Angebot geben - Fertigstellung in zwei Jahren, dann wird Königswinterer Hospital geschlossen

Siebengebirge. Manfred Müller hat bereits umgebaut. Ein ganzes Flurstück neben seinem Büro ist jetzt Aktenkammer. Dort lagert der Geschäftsführer der Cura - Katholische Einrichtungen im Siebengebirge gGmbH Unterlagen. Meterweise. Soviel hat sich angesammelt für das Großprojekt "Zusammenlegung der Krankenhausbetriebsstätten".

Schon lange wird geplant. Im März geht es los: der Ausbau des Krankenhauses St. Johannes in Bad Honnef. Denn: Die Trägergremien haben gerade in einer gemeinsamen Sitzung den Startschuss gegeben. Als erstes werden die Cafeteria und die Kapelle abgerissen sowie das Baugelände von Sträuchern befreit.

In zwei Jahren soll es dann soweit sein: Das Königswinterer Hospital St. Josef der Cura gGmbH siedelt um nach Bad Honnef. Das komplette medizinische Angebot wird dann an einem Standort vorzufinden sein, in einem "beinahe neuen Krankenhaus" mit 218 Betten, wie es Müller formuliert.

"Nach der langen und schwierigen Zeit der Vorbereitung ist dies die wahrscheinlich wichtigste und zukunftsweisendste Entscheidung seit Bestehen des Zweckverbandes. Sie gibt uns medizinisch wie ökonomisch eine gute Perspektive zur langfristigen Sicherung des Krankenhausstandortes im Siebengebirge", so Geschäftsführer Müller. "Alle Bau- und auch die Abrissgenehmigungen sowohl von der Bezirksregierung als auch von der Stadt liegen nunmehr vor."

Nach der ersten Bewilligung verzögerte sich der Beginn des Vorhabens um zwei Jahre. Manfred Müller: "Wir haben noch umgeplant und optimiert." So wünschte die Bezirksregierung beispielsweise noch die Errichtung von zwölf Intensivbetten. Nun sind die Pläne komplett, die Phase der Vorbereitung ist abgeschlossen. "Ich bin sehr froh", sagt der Cura-Chef. "Das Budget liegt jetzt bei 17,4 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das Vorhaben mit 9,44 Millionen Euro. Den Rest wird der Krankenhausträger über die Aufnahme von Darlehen finanzieren."

"Nach den Abrissarbeiten wird an der Westseite des Honnefer Krankenhauses ein radiologisches Zentrum errichtet, viergeschossig mit Krankenhausküche ganz unten. Der jetzige Eingangsbereich wird nach Abzug der Bauarbeiter nicht wiederzuerkennen sein. Er wird erweitert. Dort soll auch eine Krankenwagenzufahrt mit direkter Anbindung an die interdisziplinäre Notaufnahme und die Ambulanzen im Erdgeschoss entstehen.

Parallel dazu wird ein neues Bettenhaus auf der östlichen Seite mit Blickrichtung Siebengebirge hochgezogen. Die Cafeteria ist künftig im Hauptgebäude angesiedelt, in der Nähe des Eingangs und damit besser zugänglich als in der Vergangenheit. Bis das neue Schmuckstück steht, müssen Patienten und Besucher jedoch nicht auf die typischen Cafeteria-Artikel verzichten. Ein rollender Bringservice versorgt sie damit. Wenn das alles fertig ist, wird der Altbau saniert und um eine Winzigkeit erweitert. Und dies alles bei laufendem Betrieb.

Nach Abschluss aller Arbeiten ziehen die Königswinterer um nach Bad Honnef. Müller: "Im März 2010 soll es soweit sein." Gelenkt wird die Bauphase von der bmp Baumanagement Pillich aus Recklinghausen, einem Projektsteuerer. "Diese umfangreiche Maßnahme ist nicht mehr mit der eigenen Mannschaft zu bewerkstelligen", erläutert der Cura-Geschäftsführer. Bauen ist natürlich mit Lärm und Belastung der Zufahrtsstraßen verbunden. In den nächsten Wochen soll deshalb eine Bürgerversammlung mit den Nachbarn stattfinden, bei der Manfred Müller die Pläne vorstellen wird.

Was aber bedeutet die Zusammenlegung für die Krankenhaus-Mitarbeiter? Sie soll die langfristige Sicherung des Standortes im Siebengebirge gewährleisten, bringt aber auch den Wegfall von Arbeitsplätzen mit sich. Müller: "Jetzt sind es noch ungefähr 20 Stellen, die entfallen." Erfreut ist er über die komfortable Lösung in Sachen Labor.

Alle dem Verbund der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH angeschlossenen Krankenhäuser aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis, wozu auch Cura zählt, verzichten ab April bis auf eine Notfall-Versorgung auf das eigene Labor. Die gesamte Analytik wird künftig von einem zentralen Anbieter vorgenommen. Das Schöne: Alle 16 Mitarbeiter aus Bad Honnef und Königswinter werden dort zu den bisherigen tariflichen Bedingungen tätig werden. "Kein einziger Arbeitsplatz ging verloren", ist Manfred Müller zufrieden.

Über der Zukunft des Königswinterer Hauses schwebt noch ein Fragezeichen. "Sollte es nichts werden mit einer künftigen Nutzung als Rathaus, müssen wir sehen." Das separate Gebäude auf dem hinteren Grundstück mit geriatrischer Tagesklinik und die physikalische Therapie im Untergeschoss sollen erhalten bleiben. Denkbar wäre auch ein Ärztehaus, sollten die Rathaus-Überlegungen ausgeträumt sein.