Meisterwerk der Buchkunst

Unibibliothek besitzt ein "Astronomicum Caesareum"

Peter Apian (1495-1552) gehörte zu den Wissenschaftlern, die sich durch ihre Leistungen  die Gunst der Mächtigen erwarben. Der Mathematiker, Astronom, Geograf und Kartograf, der als erster erkannte, dass der Schweif von Kometen von der Sonne wegzeigt, war astrologischer Berater von Kaiser Karl V.

Bonn. Als das Lager einmal von protestantischen Truppen eingeschlossen war, berief der Kaiser Apian ins Feldlager, um seinen astrologischen Rat einzuholen. Die Besprechung dauerte mehrere Tage, heißt es in der Überlieferung: Apian soll damals dem Kaiser einen astrologischen Apparat überreicht haben, den er für ihn angefertigt hatte, wodurch "der Planeten lauff, fortgang, stillstehen, zurückgang, gantz artig in eines jeden Planeten unterschiedlichen Zirkel, so durch kleine Rädlein umbgeführet, augenscheinlich dargetan wurde".

Neben seiner Gelehrtentätigkeit betrieb er in Ingolstadt zusammen mit seinem Bruder Georg Apian eine Druckerei - wohl um seine Einkünfte aufzubessern. Dort druckte er nicht nur so manches Buch seiner Professorenkollegen, sondern auch 1540 sein eigenes, großformatiges "Astronomicum Caesareum", ein großartiges Meisterwerk der Buchkunst des 16. Jahrhunderts, das zu den Schätzen der Universitäts- und Landesbibliothek in Bonn gehört. "Es gehört zu den schönsten naturwissenschaftlichen Drucken überhaupt", findet Michael Herkenhoff, für den Altbestand zuständiger Dezernent.

Handcoloriert fasst das Buch das damalige Wissen über Astronomie und astronomische Werke zusammen. "Es vertritt noch das geozentristische Weltbild", so Herkenhoff. Für Apian war die Erde noch zweifelsfrei der Mittelpunkt des Universums.

Im Vordergrund des ersten Teils steht die Darstellung der Planetenbewegungen und die Bestimmung der Position der Himmelskörper. Mit Hilfe von 21 drehbaren Scheiben aus Papier, den sogenannten Volvellen, werden die Bewegungen der Himmelskörper sehr anschaulich dargestellt. In der einleitenden Sternenkarte verzeichnet Apian immerhin bekannte 1022 Sterne.