Willy-Brandt-Forum

Studenten präsentieren Konzepte für Unkel

Wie kann man Brandts Erbe in Unkel visualisieren? Die Studenten entwickelten Konzepte.

UNKEL. "Willy Brandt - reloaded" hieß die jüngste Veranstaltung der Stiftung Willy-Brandt-Forum. Die Akteure: Zwölf Studenten der Technischen Universität Wien und sechs Studentinnen der russischen Rostov State University of Civil Engineering am Don. Im Zentrum: Konzepte zur Stadtentwicklung Unkels unter Einbindung des Willy-Brandt-Forums.

Während ihrer Summer School erarbeiteten die jungen Leute Konzepte, von denen Unkel in den kommenden Jahren durchaus profitieren könnte. So sahen das jedenfalls die Juroren: Stiftungsvorsitzender Klaus-Henning Rosen, Architekturprofessor Dietmar Wiegand von der TU Wien, Klaus Jung, Rektor der Kölner Hochschule für Medien, und Justinus Maria Calleen. Letzterer ist der Enkel des Malers Georg Meistermann, dessen berühmtes Willy Brandt-Porträt im Forum hängt.

"Sie alle haben sehr interessante Projekte ausgearbeitet, um das Leben und Wirken von Willy Brandt, der vor fast genau 100 Jahren geboren wurde, jungen Menschen zu vermitteln", lobte Rosen die Studenten. Die waren nach zehntägigem Aufenthalt einhellig der Meinung: "Die Kulturstadt Unkel am Rhein taugt durchaus als Ziel für Bildungstourismus, vor allem, wenn man Themen rund um Willy Brandt mit politischer Kunst im öffentlichen Raum visualisiert."

Nicht nur im Forum sollten Besucher Unkels wesentlichen Lebensstationen des Friedensnobelpreisträgers begegnen. Basierend auf Willy Brandts Bericht "Das Überleben sichern", für die Nord-Süd-Kommission (1980), schlägt etwa Martin Schneider vor, den Eschenbrender Platz in eine Weltkarte umzugestalten.

Die Installation könnte von einem Terminal aus gesteuert werden, so dass je nach den erfragten Daten, etwa nach Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt, Staaten im Boden versinken oder sich erheben würden. Finanziell eher umsetzbar schien den Juroren das von Andreas Friedel vorgeschlagene Filmfestival des politischen Films mittels eines Willy-Brandt-Archivs, das man zunächst kostengünstig in einem leerstehenden Gebäude unterbringen könnte.

"Dieses Projekt ließe sich mit dem Internationalen Jugend-Filmstudio von Irina Aburdzhaniya verbinden. Es könnte aber auch mit dem International Youthhostel kombiniert werden, das die Studentinnen um Marina Golubeva im Hotel Löwenburg untergebracht haben", so Rosen. Sein Favorit: Das Konzept "Will.Usion" von Barbara Karner, Hana Mader und Gerlind Schwaiger. Die Studenten möchten neun Plätze in Unkel durch Installationen mit je einem Ausspruch von Willy Brandt, der zum Nachdenken, aber auch zu neuen künstlerischen Umsetzungen anregt, in Verbindung bringen.

"Es ist schon erstaunlich, wie intensiv sich die Studenten mit dem Thema befasst haben", resümierte Wiegand. Auch für die jungen Leute seien viele Gedanken Brandts es wert, erneut gedacht zu werden. Von daher sei es sinnvoll, die Summer School künftig fortzusetzen, um dazu beizutragen, das Erbe Willy Brandts gerade bei der Jugend lebendig zu erhalten.