Wissenschaftsrallye der Bonner Universität

Jungforscher auf akademischer Schnitzeljagd

Jungforscher auf Entdeckungsreise: Wissenschaftlerin Susanne Gammer mit Linus und Maximilian (von links).

BONN. Gespannt hört die Gruppe von Jugendlichen dem Knistern und Piepen aus den Lautsprechern zu. Die Geräusche stammen nicht etwa von einem defekten MP3-Player oder Handy, sondern von elektrischen Fischen, die in zwei Aquarien umher schwimmen. Elektronen im Wasser und ein Verstärker machten die Signale der Tiere hörbar.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", staunt der 13-jährige Til. Als einer von rund 200 Jugendlichen machte der Schüler aus Wollenberg am Samstag bei der Wissenschaftsrallye der Uni Bonn mit. In kleinen Gruppen gingen die Jungforscher auf Expedition durch Poppelsdorf. An insgesamt zwölf naturwissenschaftlichen Instituten konnten sie Experimente durchführen, Edelsteine und exotische Pflanzen bewundern, Rätsel lösen oder fremde Galaxien entdecken.

Bereits zum sechsten Mal konnten Jugendliche im Alter von 13 bis 16 an der Uni Bonn auf akademische Schnitzeljagd gehen. "Wir wollen die Jugendlichen erreichen, die für die Kinderuni bereits zu alt sind, und ihnen einen Einblick in die Institute bieten", erklärte Organisatorin Andrea Grugel. Dabei stand nicht der Wettkampf um den Preis im Vordergrund, sondern der Spaß an der Wissenschaft. Als Gewinn erhielten alle Jugendlichen, die mindestens zehn Rallyestationen besucht hatten, eine Führung durch den General-Anzeiger Bonn sowie ein Essen in einer Mensa des Studentenwerks.

Zum ersten Mal bei der Wissenschaftsrallye mit dabei war diesmal das Institut für Zoologie. Unter dem Motto "Tiersinn" präsentierten die Mitarbeiter an mehreren Stationen Tiere mit außergewöhnlichen Fähigkeiten - darunter auch die elektrischen Fische. Was wie ein verrücktes wissenschaftliches Experiment klingt, ist in Wirklichkeit ein genialer Trick der Natur. "Der nachtaktive Elefantenrüsselfisch und der Messerfisch geben elektrische Signale ab, um sich im Dunkeln zurechtzufinden und miteinander zu kommunizieren", erklärte Gerhard von der Emde. Der Zoologie-Professor freute sich über das Interesse der Jugendlichen an seinem Fach. "Wer weiß, vielleicht werden sie später ja selber Biologen."

Eine Station daneben mussten die Teilnehmer mit Hilfe eines Mikroskops untersuchen, wo sich das Ohr einer Heuschrecke befindet. Schnell hatte Annette aus Rheinbach die richtige Antwort herausgefunden. "Es liegt hinten am Knie", sagte die 14-Jährige und fragte sofort weiter: "Wie betäubt man denn eigentlich eine Heuschrecke?"

Aufgaben zu seltenen Steinen und funkelnden Mineralien mussten die Jugendlichen im Institut für Mineralogie lösen. "Am besten haben uns die Kieselsteine mit den Buchstaben gefallen", sagte Katharina aus Wesseling, die sich mit ihren Freundinnen auf Entdeckungstour begab. Wie die Beschriftung auf die Steine gelangte, hatten sie da längst herausgefunden. "Durch Calcit und Quarzablagerungen."