Universitätsbibliothek Bonn

Historische Schätze werden gezeigt

1544: Eine "Kosmographie", also eine Weltbeschreibung des Sebastian Münster (1488-1552).

BONN. Sebastian Münster wird Älteren noch etwas sagen: Immerhin schmückte sein Porträt den 100-Mark-Schein. Der 1488 in Ingelheim am Rhein geborene sprachbegabte Gelehrte war ein Forscher erster Güte: Für sein umfangreiches geografisches Werk, die Cosmographia, hatte er Vereinbarungen mit mehr als 100 reisenden Autoren getroffen, die ihm Berichte und Ortsansichten aus aller Welt fertigen, sammeln und mitbringen sollten.

Die erste wissenschaftliche Weltbeschreibung erschien 1544. Die Universitätsbibliothek Bonn besitzt einen kleinen, aber ansehnlichen Bestand an Karten- und Vedutenwerken. Sie zeigt in der Adventszeit daraus ausgewählte Originale im Rahmen einer Präsentationsveranstaltung.

Der zeitliche Bogen reicht dabei vom Ende des 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Michael Herkenhoff und Hans Dieter Blum zeigen und erläutern neben der "Cosmographia" des Basler Humanisten Sebastian Münster unter anderem die "Schedelsche Weltchronik" (1493), das umfangreiche Städtewerk ("Civitates orbis Terrarum") des Kölner Kupferstechers Frans Hogenberg und seines Verlegers Georg Braun, Atlanten des Duisburger Kartographen Gerhard Mercator und Bände aus der "Topographia Germaniae" (1642).

1493 erschien in Nürnberg die "Schedelsche Weltchronik", das aufwendigste und heute bekannteste Druckwerk des 15. Jahrhunderts. Es enthält 1 809 Holzschnitte, darunter eine Welt- und eine Europakarte, 29 doppelseitige authentische Stadtansichten sowie zahlreiche weitere kleinere Stadtveduten.

Mit der Chronik setzt die Entstehung des modernen Stadtbildes ein. In der Folgezeit werden zahlreiche weitere Werke gedruckt, in denen Länder, Regionen, Städte und Orte mit Hilfe verfeinerter Illustrationstechniken wie etwa Holzschnitt oder Kupferstich anschaulich dargestellt wurden. "Neue Buchgattungen bilden sich heraus: die Atlanten, die Kosmographien, oder die Topographien, die Landschaften und Städte darstellen", so Herkenhoff. "Diese Werke zählen zu den schönsten Veröffentlichungen, die aus der Frühzeit der Druckkunst überliefert sind."

Info: Termine: Dienstag, 4. Dezember, um 18 Uhr; Sonntag, 9. Dezember, um 11 Uhr; und Donnerstag, 13. Dezember, um 18 Uhr. Treffpunkt: Foyer der Unibibliothek (Adenauerallee 39-41). Der Eintritt ist frei.