Privatsammlung fürs Ägyptische Museum

Ein Armband vom Handgelenk einer Mumie

Ägyptische Schätze: Sechstausend Jahre alt ist das Alabaster-Äffchen im Vordergrund. FOTO: OTTERSBACH

Ägyptische Schätze: Sechstausend Jahre alt ist das Alabaster-Äffchen im Vordergrund.

BONN. Mehr als hundert Objekte: Wolfgang Kosack schenkt seine Privatsammlung dem Ägyptischen Museum in Bonn.

Der schwarze Stein, den Professor Ludwig Morenz vom Ägyptischen Museum der Uni Bonn in der Hand hält, hat keine besondere Form. An einigen Stellen ist er glatt geschliffen, an anderen gebrochen. Was ihn wertvoll macht, ist seine Herkunft: Das Fragment stammt vom Fuß einer Statue des Pharaos Ramses II.

1968 hatte es der Wissenschaftler Wolfgang Kosack vor dem Tempel in Luxor ausgegraben. Seine gesamte Privatsammlung mit mehr als hundert ägyptischen Altertümern hat er nun dem Museum geschenkt - sie werden damit erstmals öffentlich gezeigt. Zeitlich decken die Fundstücke mehrere tausend Jahre ab.

"Die Objekte haben vor allem einen großen pädagogischen Wert", sagte Morenz. Studenten der Ägyptologie könnten so die Geschichte anfassen und müssten sich nicht nur Modelle ansehen. So wie das der Nekropole Saqqara, das im Treppenhaus des Museums steht.

Kosack war während seiner Ausgrabungen dort und brachte ein Teil der weißen Palastfassade nach Deutschland. "Früher war es möglich, diese Schmuckstücke auszuführen", sagt Kosack, der in Bonn in den 60er Jahren Ägyptologie und Orientalistik studierte. Durch einen Austausch konnte er nach Ägypten reisen und nahm an mehreren Ausgrabungen teil.

Aus ihnen stammen die meisten Objekte, die offiziell als "Staatsgeschenke" gelten. Denn die staatlich anerkannten Archäologen übergaben sie ihm damals als Dankeschön für seine Mitarbeit und als Andenken. Später war Kosack als wissenschaftlicher Bibliothekar in Berlin tätig und erweiterte seine Sammlung mit Zukäufen und Ersteigerungen.

Darunter Kleinkunst wie eine etwa 6000 Jahre alte Alabasterfigur eines Äffchens, das Fragment eines mit Hieroglyphen beschrifteten Grabsteins, viele Amulette und Ringsteine, aber auch Papyri aus der koptischen Zeit. "Sie begann nach dem Ende der Pharaonenzeit und ist der Schwerpunkt von Kosacks Forschungen gewesen", sagt Morenz. Ein Perlenarmband fand Kosack auf dem Handgelenk einer Mumie. "Weil die Schnur verwittert war, goss ich die Perlen in Wachs ein und setzte sie später wieder zusammen."