DAAD Bonn zeichnet Modelle für Auslandsstudium aus

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums bringt nicht nur für den Lebenslauf Vorteile. "Man lernt neue Sprachen, Freunde, Kulturen und Studieninhalte kennen", schwärmt Florian Pranghe vom Freien Zusammenschluss der Studierendenschaften.

Bonn. (sj) Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums bringt nicht nur für den Lebenslauf Vorteile. "Man lernt neue Sprachen, Freunde, Kulturen und Studieninhalte kennen", schwärmt Florian Pranghe vom Freien Zusammenschluss der Studierendenschaften.

Der Chemiestudent von der Uni Köln sieht aber auch einen Haken: "Die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistung ist an der Heimatuni oft schwierig." Wer also in Rom, Paris oder Madrid studiert, bekommt nach seiner Rückkehr die dort gesammelten Leistungspunkte nicht unbedingt anerkannt. Durch die strafferen Bachelor-Studiengänge wollen viele Studenten aber nicht einfach ins Blaue hinein studieren.

Auch aus Sicht des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Bonn ist die mangelnde Anerkennung von Leistungen neben der Finanzierung eines der Haupthemmnisse für einen Auslandsaufenthalt. Die europäischen Länder wollten aber mit der Bologna-Reform durch die einheitliche Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge gerade die Mobilität der Studenten erhöhen. Eine Studie des DAAD kommt sogar zu dem Schluss, dass im Vergleich aller Unterzeichnerländer der Bologna-Erklärung Deutschland bei der Anerkennung als Schlusslicht dastehe.

"Auslandsaufenthalte müssen gut geplant werden", sagte DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland. "Die Hochschulen sind hier extrem gefordert." Die seien aber nun auf einem guten Weg. Es gebe herausragende Beispiele, wie sich die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen organisieren lasse. Die besten Modelle zeichnete der DAAD nun mit mehreren Preisen aus. "Die Auszeichnungen sind auch ein Anreiz für andere Hochschulen, hier voranzukommen", sagte Marina Steinmann vom DAAD.

Den ersten, mit 10 000 Euro dotierten Preis erhielt der Bachelor-Studiengang "Environmental and Resource Management" der TU Cottbus. Das Programm ist auf ein Pflicht-Auslandssemester zugeschnitten. Bei der Anerkennung der Studienleistung werde "sehr flexibel" vorgegangen, berichtete Professor Gerhard Wiegleb. Den zweiten Preis (5 000 Euro) bekam die Hochschule Bremen, weil mehr als 60 Prozent ihrer Studiengänge international ausgerichtet sind. Wie Heike Tauerschmidt erläuterte, ist dort durch die Verlängerung des Bachelor-Studiums auf sieben Semester ein Zeitfenster für einen Auslandsaufenthalt geschaffen worden.

Der Master-Studiengang "Affaires Européennes/Affaires Internationales" der FU Berlin und der Science Po Paris erhielt den dritten Preis (3 000 Euro). Die Studenten verbringen ein Jahr in Paris und eines in Berlin. "Die in Frankreich erbrachten Studienleistungen wer-den einfach mit einer Gesamtnote anerkannt", berichtete Sabine von Oppeln.