Unbekanntes Säugetier

Bonner Forscher des Museum Koenig entdecken neue Maulwurfart

Bonn. Unbekannte Säugetiere in Europa kommen nur selten vor. Dennoch haben zwei Zoologen des Bonner Museum Koenig gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen eine neue Maulwurfart entdeckt.

Dass es in Europa noch unbekannte Säugetiere gibt, kommt selten vor. Dennoch haben Rainer Hutterer und Jonas Astrin, Wissenschaftler des Bonner Museum Koenig, gemeinsam mit zwei weiteren Zoologen aus Bulgarien und Slowenien eine neue Maulwurfart entdeckt. Wie das Forschungsmuseum am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt gab, stammt der Maulwurf aus dem Osten Bulgariens und der europäischen Türkei.

Laut Angaben des Museum Koenig sind die mittelgroßen Maulwürfe blind, ihre Augenöffnung ist von einer hellen Haut überzogen. Die Struktur der vorderen Backenzähne unterscheide sich von allen bisher bekannten Maulwurfarten. Auch Unterschiede in der mitochondrialen DNA weisen eindeutig auf eine neue Art hin.

Entdeckt und eingefangen hat das Forscherteam die Tiere in der Umgebung des bulgarischen Gebirges Strandscha. Bei der Untersuchung von DNA und äußeren Körpermerkmalen stellten die Zoologen fest, dass es sich um eine endemische Art handelt. Als endemisch werden jene Arten bezeichnet, die nur in einem bestimmten, räumlich eng begrenzten Gebiet vorkommen.

Der unbekannte Maulwurf bekam den wissenschaftlichen Namen "Talpa martinorum" - eine Hommage an das Ehepaar Wladimir und Jewgeniya Martino. Die beiden Russen emigrierten 1920 in das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und zählen zu den bedeutenden Säugetierforschern für die Balkan-Region.