Studie in den USA

Wissenschaftler zeichnen ein Phantombild Gottes

Die Deckenmalerei "Die Erschaffung Adams" in der Sixtinischen Kapelle in den Vatikanischen Museen in Rom.

Die Deckenmalerei "Die Erschaffung Adams" in der Sixtinischen Kapelle in den Vatikanischen Museen in Rom.

NORTH CAROLINA. Wie sieht das Gesicht Gottes aus? Mit dieser Frage beschäftigten sich Psychologen der Universität North Carolina und erstellten mit 511 Probanden ein Phantombild.

Ob man an ihn glaubt oder nicht, wohl jeder kennt ihn: Gott. Wohl jeder wird allerdings auch eine andere äußerliche Vorstellung von ihm im Kopf haben. Psychologen der Universität North Carolina wollen nun herausgefunden haben, wie das Gesicht Gottes wirklich aussieht.

Für die Studie unter der Leitung von Joshua Conrad Jackson befragten die Psychologen 511 Christen. Jeder von ihnen sollte aus mehreren vorgelegten Paaren Phantombilder von Gesichtern das auswählen, das sie am ehesten mit Gott verbinden. Am Ende konstruierten die Psychologen dann aus allen gewählten Bildern ein Phantombild, das das Gesicht Gottes zeigt.

Heraus kam keinesfalls ein alter Mann mit langem weißen Bart, wie Gott gerne auf Gemälden dargestellt wird, sondern ein junger Mann mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht. Apropos Mann: In einem waren sich alle Teilnehmer einig: Gott ist ganz klar ein Mann.

Ansonsten wichen die gewählten Fotos durchaus voneinander ab. Die Wahrnehmung variiert der Studie zufolge unter anderem von der politischen Ideologie und dem Erscheinungsbild der Teilnehmer. So sähen liberal eingestellte Probanden das Gesicht Gottes mit femininen Zügen, Afroamerikaner weisen Gott ein älteres Gesicht zu.

Die Studie ergab also nicht nur ein durch 511 Probanden erstelltes Gesicht Gottes, sondern brachte den Psychologen auch die Erkenntnis, dass Menschen derselben Nationalität und desselben Glaubens unterschiedlich über das Aussehen Gottes denken. Eine Erkenntnis, die wohl nicht wirklich überrascht.