Hilfe für junge Studenten

Juristen gründen Netzwerk für Zeit nach dem Studium

Die beiden Vorstandsmitglieder Luise Hauschild und Christian Hirzebruch wollen neben juristischen Vorträgen auch interessante Kontakte für Jura-Studenten vermitteln.

Die beiden Vorstandsmitglieder Luise Hauschild und Christian Hirzebruch wollen neben juristischen Vorträgen auch interessante Kontakte für Jura-Studenten vermitteln.

Bonn. Ehemalige Bonner Jura-Studenten wollen über eigenen Alumni-Verein in Kontakt bleiben. Der Verein soll insbesondere jungen Studenten helfen. Die meisten kommen aus einem Umkreis von Düsseldorf bis Koblenz.

Als Dr. Luise Hauschild nach der Promotion im Jahr 2014 die juristische Fakultät der Universität Bonn in Richtung einer Kölner Rechtsanwaltskanzlei verließ, machte sich ein bisschen Wehmut breit. „Wir haben uns gefragt, warum eine so etablierte Hochschule mit einer so traditionsreichen Juristen-Ausbildung nicht mehr tut, um mit ihren Ehemaligen in Verbindung zu bleiben“, sagt Hauschild. Mit etwas Neid blickte sie in die USA, wo Ehemalige ihrer Alma Mater oft jahrzehntelang die Treue halten und die großen Universitäten bedeutend fördern.

Zwar gibt es in Bonn bereits ein allgemeines Alumni-Netzwerk. Doch das ist angesichts von gegenwärtig 38 000 Studenten, darunter 6147 in der juristischen Fakultät, riesengroß und hilft nicht wirklich bei der Pflege persönlicher Beziehungen. Allein in juristischen Fächern haben nach den aktuellsten Zahlen des Hochschul-Controllings im Studienjahr 2016/17 genau 598 Leute ihr Examen gemacht und 70 promoviert.

Fünf Jahre nach ihrer Promotion ist Hauschild Vorsitzende des Jura Bonn Alumni e.V. Zusammen mit dem Medienrechtsanwalt Gernot Lehr und Professor Rainer Hüttemann hat sie den Verein 2016 gegründet. Seit einem Jahr tritt er mit eigenen Veranstaltungen in die Öffentlichkeit. Mit 80 Mitgliedern konnte der Verein zwar erst einen Bruchteil der Bonner Juristen-Alumni für einen Beitritt begeistern. Aber nachdem zunächst eher die „alten Herren“ zu den Gründungsmitgliedern gehörten, hätten sich inzwischen auch viele junge Berufseinsteiger angeschlossen, berichtet Vorstandsmitglied Dr. Christian Hirzebruch.

Der persönliche Austausch steht im Mittelpunkt

Vor allem der persönliche Austausch ist den Vorstandsmitgliedern besonders wichtig. Bei ihren Veranstaltungen wollen sie nicht einschlägigen Fortbildungs-Anbietern Konkurrenz machen. Eher stehen Einblicke in aktuelle Fragestellungen auf der Themenliste. Im Januar berichtete der Verwaltungsdirektor des Bundestages, Professor Horst Risse, wie man ein Parlament verwaltet. Am Vorabend des damals noch zu dieser Zeit erwarteten Brexit Ende März sprach der in London tätige Steuerrechtler Professor Stephan Eilers über die rechtlichen Folgen des britischen EU-Austritts. Anfang Mai gab eine erfolgreiche Juristin Berufseinsteigerinnen Tipps für den Start in dem noch immer männlich dominierten Berufsfeld.

Als Vereinszweck haben die Alumni sich die Förderung der Wissenschaft an der rechtswissenschaftlichen Fakultät in die Vereinssatzung geschrieben. Dazu wollen sie künftig ihr Netzwerk nutzen, um etwa Studenten Kontakte für interessante Stationen im Referendariat zu vermitteln. „Wenn man das frühzeitig selbst plant, kann man viel gezielter Eindrücke sammeln und auch den Berufsstart vorbereiten“, rät Hirzebruch aus eigener Erfahrung. Er fand darüber gleich eine Anstellung in einer renommierten Sozietät.

Dabei reicht der Radius der Mitglieder über den Bonner Raum hinaus. Die meisten kommen aus einem Umkreis von Düsseldorf bis Koblenz. Doch auch in Berlin können sich Hauschild und Hirzebruch einen Stammtisch ehemaliger Bonner Jura-Studenten vorstellen. „Neben dem Fachlichen ist es auch einfach toll, wenn man bei dieser Gelegenheit ehemalige Kommilitonen wiedersieht“, findet Hirzebruch.

Mehr Infos unter: www.jurabonnalumni.de