Forschung für Kinder mit Herzfehlern

Junger Bonner Herzmediziner erhält Förderpreis

Nicolas Börter will die Ernährung von herzkranken Kindern verbessern. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis würdigt seine Forschung in der Kinderherz-Medizin.

Nicolas Börter will die Ernährung von herzkranken Kindern verbessern. Der mit 25 000 Euro dotierte Preis würdigt seine Forschung in der Kinderherz-Medizin.

Bonn. Der Bonner Medizin-Doktorand Nicolas Börter erhält einen Nachwuchs-Preis für sein Ernährungsprojekt. Der Titel des Projektes lautet: "Die Ernährung von herzkranken Kindern verbessern".

„Die Ernährung von herzkranken Kindern verbessern“ will das Forschungsprojekt von Nicolas Börter, so heißt auch der Titel. Dafür hat der Bonner Medizin-Doktorand jüngst in Dortmund von NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen den mit 25 000 Euro dotierten Nachwuchs-Preis des Kinderherz-Innovationspreises NRW 2018 überreicht bekommen.

„Das Projekt kann hoffentlich in Zukunft sehr kleinen Patienten mit hochkomplexen Herzfehlern helfen“, erklärt der 27-Jährige dem GA. Die Tatsache, dass diese Kinder, die oft mehrfach operiert werden müssen, meist massive Bauchprobleme haben, bildet den Ausgangspunkt von Börters Projekt. Ins Leben gerufen wurde es in einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Soyhan Bagci, Oberarzt der Abteilung Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin der Uni-Kinderklinik.

Nach einer Operation muss die Ernährung kleiner Herzpatienten häufig aufgrund von unsicheren klinischen Hinweisen unterbrochen werden oder kann nur verzögert beginnen. Börter geht nun davon aus, dass mit messbaren Parametern, die Aufschluss über biologische Prozesse geben (also mit im Urin zu findenden Bio-Markern) die Ernährung der Kinder auf der Intensivstation besser und schneller verlaufen könnte. Und zwar ohne Komplikationen bei der Nahrungsaufnahme.

Bio-Marker zu entdecken, hilft den kleinen Patienten

„Ich hoffe, wir können in Zukunft vermeiden, dass herzkranke Kinder zusätzlich noch am Darm operiert werden müssen und dabei Teile des Darms verlieren“, erläutert Börter. Seine Studie soll helfen, diese Bio-Marker zu finden, um die Ernährung herzkranker Kindern zu begleiten. Diese Bestimmung könnte früh auf das Auftreten eines Problems im Magen-Darm-Trakt hinweisen und so den allgemeinen gesundheitlichen Zustand eines herzkranken Kindes verbessern, hofft der Doktorand.

132 Patienten im Alter von null bis drei Jahren werden dabei vor und nach Operationen am Herzen Blut und Urin entnommen, die Proben werden im Labor untersucht. Die Ergebnisse will Börter nun mit dem klinischen Verlauf der Kinder und bekannten Zeichen vergleichen. Sein Augenmerk richtet sich auf einige Faktoren: die Nahrungsverträglichkeit, die Zeit bis zum Erreichen einer angemessenen Ernährung, auf eventuelle Komplikationen wie entzündliche Darmerkrankungen oder andere Infektionen. Und natürlich auf den Gesamtzustand in der Klinik bis zur Entlassung. Ziel ist, statistisch zu analysieren, in welcher Form die Bio-Marker eine Hilfestellung für den Nahrungsaufbau geben können.

Bereits seit drei Jahren arbeitet Börter für die Studie im Rahmen seiner Doktorarbeit gemeinsam mit seiner Betreuerin, der Oberärztin Nicole Müller. Das Projekt soll nun mit Unterstützung des Innovationspreises weitergeführt werden. Die kalkulierten Gesamtkosten betragen 29 323 Euro – gut investiertes Geld. Denn eine bessere Ernährung von Kindern auf der Intensivstation könnte mit Börters Methode den stationären Aufenthalt der kleinen Patienten verkürzen und die Häufigkeit von Infektionen senken. „So könnten in Zukunft verspätete und schlechtere neurologische Entwicklungen dieser Kinder positiv beeinflusst werden“, meint Oberärztin Müller. Eventuell mit der Folge, dass zunehmend mehr Kinder mit komplexem angeborenen Herzfehler später einen Beruf erlernen und selbstständig leben könnten.

Börter selbst ist mit Leib und Seele engagiert. Anfangs sei es für ihn auf der Intensivstation schon schwer zu ertragen gewesen, wenn eins der Kinder nicht hätte gerettet werden können, sagt der Doktorand leise. „Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir es schaffen, diesen Kleinkindern wenigstens zusätzliche Komplikationen zu ersparen.“