Bonner Studenten im Oman

Campen in der Wüste

BONN. Studenten der Uni Bonn erkunden den Oman und erleben zwei Wochen lang ein facettenreiches, gastfreundliches Land.

Es waren zwei aufregende Wochen für 20 Studenten der Geographie und Geowissenschaften. Bereits zum zweiten Mal organisierte der Geoverbund ABC/J (die Abkürzung steht für Aachen, Bonn, Cologne, Jülich) eine Exkursion in den Oman. Studenten der Universitäten in Aachen, Bonn, Köln und vom Forschungszentrum Jülich bekamen die Möglichkeit, das Land von einer neuen Seite kennen zu lernen.

Die Reise wurde vom Geoverbund mit 500 Euro pro Person unterstützt. Unter der Leitung von Dr. Gösta Hoffmann vom Steinmann-Institut in Bonn und Professor Peter Kukla vom Geologischen Institut in Aachen erkundeten die Studenten das Sultanat auf der arabischen Halbinsel.

Mit dabei waren auch Karen Backs, Ricco Blass und Maurice Malcharzyk von der Uni Bonn. „Die Kultur dort ist stark vom Islam geprägt und ganz anders als bei uns in Deutschland“, erzählt Backs. „Die Menschen dort sind sehr offen, gastfreundlich und hilfsbereit. Es war eine total lehrreiche und informative Reise.“

In den zwei Wochen reiste die Gruppe vorwiegend durch den Norden und Nordosten des Landes. „Wir sind in Jeeps durch das Land gefahren und haben draußen gecampt. Es gab kein WLAN und das mobile Netz war schlecht. Deswegen hat auch niemand die ganze Zeit vorm Handy gehangen. Ich fand das sehr angenehm“, berichtet Maurice Malcharzyk.

Ein Grund, weshalb die Exkursion in den Oman ging, ist die große Vielseitigkeit des Landes: „Geologisch gesehen ist der Oman sehr spannend“, erzählt Dr. Gösta Hoffmann. „Es gibt unterschiedliche Naturräume, Wüste, Küste und hohe Berge. Wir konnten vor Ort viel zeigen und auch neueste Forschungsergebnisse einfließen lassen.“

Das können die Studenten nur bestätigen: „In den Vorlesungen haben wir vorher Bilder aus dem Oman gesehen. Es war schon beeindruckend, das jetzt mal live zu erleben“, erzählt Malcharzyk. Und Blass ergänzt: „Ich habe dadurch Zusammenhänge besser verstanden und konnte mir leichter ein Bild machen. Wir waren eine interdisziplinäre Gruppe: Geologen, Geographen und Geodäten. An vielen Stellen der Exkursion hat man gemerkt, dass es viel Sinn macht, zusammen zu arbeiten.“

Die Exkursion besuchte auch Oasen, um sich die traditionelle Landwirtschaft und die ausgeklügelten Bewässerungssysteme anzusehen. Vor Ort trafen sie sich mit Wissenschaftlern, zum Beispiel einer Tourismusexpertin. „Ziel der Exkursion war es, den Oman mit seinen vielen Facetten kennen zu lernen“, erzählt Backs.

Neben geologischen Besonderheiten, Städtebau und Bewässerungssystemen beschäftigte sich die Gruppe auch mit Archäologie: Aus der Bronzezeit finden sich fossile Speerspitzen, Angelhaken oder alte Feuerstellen. Anhand untypischer Fundorte könne man sogar Aussagen über Tsunamis aus der Vergangenheit treffen, erklärt Malcharzyk.

Die Exkursion solle aber nicht nur eine Lehrveranstaltung sein, sondern auch die Beziehung zwischen Deutschland und dem Oman stärken, sagt Hoffmann: „Die Exkursion ist auch für den studentischen Austausch gedacht. 2007 wurde im Oman die GUtech, die German University of Technology, gegründet. Der Geoverbund ABC/J hat eine Kooperation mit der Universität. Auch aus dem Oman kommen Studenten nach Deutschland.“

Ricco Blass denkt bereits über eine Rückkehr in den Oman nach. „Ich bin so fasziniert von der Kultur und der Natur dort“, erzählt er. Auch Maurice Malcharzyk ist begeistert: „Das Land war einfach der Wahnsinn. Ich könnte mir gut vorstellen, später meine Bachelorarbeit an der GUtech zu schreiben.“