Roboter aus Bonn

Bonner Uni-Team siegreich in Abu Dhabi


Das Siegerteam der Universität Bonn jubelt in Abu Dhabi mit einem ihrer siegreichen Manipulationsroboter.

Das Siegerteam der Universität Bonn jubelt in Abu Dhabi mit einem ihrer siegreichen Manipulationsroboter.

BONN. Das Team „NimbRo“ der Uni Bonn meistert komplexe Aufgaben, gewinnt ein Millionen-Preisgeld bei einem renommierten Wettbewerb und gehört damit zu den weltweit besten Forschungseinrichtungen.

Bonner Jubel im fernen Abu Dhabi: Das Team „NimbRo“ der Universität Bonn hat mit seinem mobilen Manipulationsroboter einen internationalen Wettbewerb an der Khalifa University gewonnen. Bei der Mohamed Bin Zayed International Robotics Challenge errang das Team um Professor Sven Behnke zunächst in einer von drei Challenges den ersten Platz.

In zwei weiteren Challenges erzielte es dritte Plätze. In der vierten und letzten Herausforderung wurden alle drei in der „Grand Challenge“ kombiniert. Dieses Finale gewannen am vergangenen Samstag wieder die Bonner, die gestern nach Landung in Düsseldorf in die Heimat zurückkehrten.

Zu den Aufgabenstellungen gehörte zunächst, in einer 90 mal 60 Meter großen Arena ein Armaturenbrett zu finden, an dem sechs unterschiedlich große Schraubschlüssel in zufälliger Reihenfolge hängen. Der Roboter muss den richtigen Schraubschlüssel identifizieren und greifen, um damit eine quadratische Ventilachse zu drehen.

„Unser Roboter hat diese Aufgaben perfekt in nur einer Minute 24 Sekunden gelöst. Das ist eine herausragende Leistung unseres Teams“, sagt Behnke, der das Institut für Informatik VI der Uni Bonn und dort auch die Arbeitsgruppe Autonomome Intelligente Systeme leitet. Diese Leistung brachte dem Team bereits rund 350.000 Euro Preisgeld ein.

Bei einer weiteren Aufgabe sollte ein fliegender Roboter selbstständig auf der Fläche eines Fahrzeugs landen, das sich in Bewegung befand. In dieser Challenge hat das Bonner Team eine schnelle und sanfte Landung in rund 25 Sekunden demonstriert, aber durch einen zuvor erforderlichen Neustart war die Gesamtausführungszeit nur die Drittschnellste.

Als dritte Herausforderung sollten dann mehrere Flugroboter gemeinsam verschiedene metallische Objekte finden, greifen und in einen Behälter abwerfen. Auch hier errangen die Roboter des „NimbRo“-Teams den dritten Platz.

Die Krönung war dann schließlich die „Grand Challenge“, bei der alle drei Einzelwettbewerbe gleichzeitig durchgeführt werden mussten, was der Bonner Mannschaft herausragend gelang und Platz eins bescherte. Einen solchen Erfolg hätte Behnke im Vorfeld kaum für möglich gehalten: „Ich bin begeistert von meinem herausragenden Team, welches durch harte Arbeit bei der Vorbereitung in Bonn und beim Wettbewerb in Abu Dhabi die Roboter fit für die Grand Challenge gemacht hat.“

Lohn der vielen Arbeit sind rund eine Million US-Dollar Preisgeld für den Sieg in der Grand Challenge und die Gewissheit, dass das Team „NimbRo“ auf dem Gebiet der autonomen Roboter zu den weltweit besten Forschungseinrichtungen gehört. Und das trotz der oft improvisierten Bedingungen, unter denen am Institut im alten Landesbehördenhaus in Bonn gearbeitet wird: Die Tests für den Wettbewerb fanden etwa in einer Garage im Innenhof statt.

Unterwww.nimbro.net/MBZIRC ist das Abschneiden des Bonner Teams dokumentiert.