Benzinpreis

Bei Brötchen und Benzin spielt das Produkt, aus dem sie hergestellt werden - also Getreide oder Rohöl - am Gesamtpreis nur eine unbedeutende Rolle.

Bei Brötchen und Benzin spielt das Produkt, aus dem sie hergestellt werden - also Getreide oder Rohöl - am Gesamtpreis nur eine unbedeutende Rolle.

Bei den Ölprodukten gibt es aber einen wichtigen Unterschied, der es schwer macht, eine Faustregel zu erfinden, etwa in der Art, dass ein Dollar Verteuerung für das Barrel (rund 159 Liter) Rohöl soundso viel Euro mehr für einen Liter Treibstoff bedeutet. Einen solchen Schlüssel, der viele Überlegungen der Endverbraucher erleichtern würde, gibt es bei Ölprodukten nicht.

Das liegt zum einen daran, dass Rohöl in alle möglichen Produkte Eingang findet, von Benzin und Diesel über Heizöl bis zur Petrochemie. In welchem Verhältnis dies geschieht, lässt sich nicht vorhersagen, es liegt in der Zuständigkeit der Ölkonzerne. Bei erhöhtem Heizölbedarf drosseln die Raffinerien bisweilen die aus dem Rohöl hergestellte Benzinmenge. Umgekehrt steigt die Benzinnachfrage vor allem in Urlaubszeiten - mit der Folge steigender Preise, was auch völlig unabhängig vom Rohölpreis geschehen kann.

Die Verbraucherpreise machen zwar die Ölgesellschaften, doch - und hier liegt ein weiterer Unterschied zum Brötchen - haben sie es mit eine wichtigen Preisfaktor zu tun, auf den sie keinen Einfluss haben, nämlich mit der Steuer. Diese wirkt in erster Linie auf den Benzinpreis, an dem der Staat mit 80 Cent je Liter beteiligt ist.

Die Wirkung des Marktes ist unumstösslich: Steigt der Rohölpreis, dann werden auch die Produktpreise angehoben. Sinkt der Rohölpreis, dann geben auch die Produktpreise nach. Dass die Anbieter Spielräume oft bis an die Grenze ausnutzen, zeigt sich daran, dass steigende Rohölpreise in der Regel deutlich schneller beim Endverbraucher ankommen als fallende Preise.

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