Kommentar zu den Strompreisen

Verbraucher entlasten

Das Bundesamt für Strahlenschutz lässt untersuchen, welche Auswirkungen elektrische und magnetische Felder zum Beispiel an Hochspannungsleitungen haben können.

Das Bundesamt für Strahlenschutz lässt untersuchen, welche Auswirkungen elektrische und magnetische Felder zum Beispiel an Hochspannungsleitungen haben können.

Wer wenig Strom verbraucht, zahlt einen relativ hohen Anteil seiner Rechnung für die Überlandleitungen. Die politische Diskussion darüber ist jetzt fällig.

Auf den ersten Blick sieht es ziemlich ungerecht aus: Wer wenig Strom verbraucht, zahlt einen relativ hohen Anteil seiner Rechnung für die Überlandleitungen. Obwohl er diese im Vergleich zu Vielverbrauchern ja wenig oder kaum in Anspruch nimmt. Teilweise ist das aber gerechtfertigt. Denn jeder Haushalt braucht das Stromnetz, selbst wenn er sich meistens selbst mit Ökostrom versorgt. Mindestens für Notfälle müssen die dicken und dünnen Kabel durchs Land zur Verfügung stehen. Nur so lassen sich regionale und lokale Stromausfälle vermeiden. Und die Versorgung mit Strom hat fast den Rang eines Grundrechtes.

Damit jedoch sparsame und arme Haushalte, sowie Selbstversorger nicht zu sehr mit den Netzkosten belastet werden, müssen der verbrauchsunabhängige Grundpreis und verbrauchsabhängige Arbeitspreis in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. Die politische Diskussion darüber, wo der Mittelweg verläuft, ist jetzt fällig.

Grundsätzlich sollte die Debatte allerdings weit über diesen Punkt hinausgehen. Denn gemessen am Ausstoß klimaschädlicher Gase wird Strom heute viel stärker mit staatlichen Abgaben belastet als Heizöl, Diesel und Benzin. Elektrizität, die zu einem Drittel bereits aus regenerativen Quellen stammt, sollte billiger werden, rein fossile Energie dagegen teurer. Durch diese Verlagerung im Steuersystem ließe sich eine Entlastung für alle Stromverbraucher erreichen.