Fachkongress im Bonner WCCB

Telekom registriert täglich sechs Millionen Cyberangriffe

Täglich verzeichnet die Telekom rund sechs Millionen Cyberangriffe.

Täglich verzeichnet die Telekom rund sechs Millionen Cyberangriffe.

Bonn. Bei einem Fachkongress im World Conference Center thematisiert die Deutsche Telekom die neuesten Entwicklungen in der Cybersicherheit. In Zeiten der Digitalisierung ist die Herausforderung dabei groß.

Die Zahlen beeindrucken: Rund sechs Millionen Cyberattacken registriert die Deutsche Telekom – nicht etwa pro Jahr, sondern an einem einzigen Tag. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zählt 620 Millionen Schadprogramme. Zudem werden pro Monat 52.000 an die Bundesverwaltung gerichtete E-Mails mit Schadsoftware abgefangen. „Wir müssen uns von dem Bild verabschieden, dass irgendwo ein Hacker in einem Keller zwischen Pizzakartons sitzt. Hier geht es um organisierte Kriminalität“, betonte BSI-Präsident Arne Schönbohm am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Telekom Fachkongresses Magenta Security im World Conference Center.

Mit dem Kongress, der zum dritten Mal stattfindet, will das Bonner Unternehmen über die Bedeutung der Cybersicherheit in Zeiten der Digitalisierung informieren. Wie groß diese Bedeutung ist, darauf verwies Anette Bronder, Geschäftsführerin der Telekom Security, gleich zu Beginn: „Die Digitalisierung ist ohne Cyber-Security nicht möglich.“ Dass dem Konzern dabei eine besonders große Rolle zukommt, beweist schon die Anzahl der Mitarbeiter bei Telekom Security: 1400 Experten kümmern sich dort um alle Fragen der IT-Sicherheit.

50 Milliarden vernetzte Geräte im Jahr 2020

Wie groß die Herausforderung einer sicheren Digitalisierung ist, zeigt nicht nur die Zahl der Attacken, sondern auch die zunehmende Anzahl miteinander vernetzter Geräte. Laut Adel Al-Saleh, seit Anfang des Jahres Chef der Telekom-Sparte T-Systems, waren es im vergangenen Jahr weltweit 8,5 Milliarden. „Für das Jahr 2020 erwarten wir 50 Milliarden vernetzte Geräte“, blickte Al-Saleh voraus.

Um bei dieser Entwicklung in punkto Sicherheit Schritt halten zu können, setzen die Telekom und das BSI auf einen proaktiven Schutz. „Die Cybersicherheit muss bei der Entwicklung von Produkten von Anfang an mitberücksichtigt werden“, forderte Schönbohm. Er ergänzte: „Beim Bau eines Hauses denkt man ja auch nicht erst am Ende an den Brandschutz.“ Vor diesem Hintergrund nahm der BSI-Präsident auch die Konzernchefs in die Pflicht: „Die Cybersicherheit muss oberste Chefsache sein. Eine solche Aufgabe kann nicht einfach auf den IT-Chef abgewälzt werden.“

Wie schnell und vor allem einfach eine Schadsoftware ein Unternehmen lahmlegen kann, unterstrich Dirk Backofen, Leiter der Telekom Security, an einem Beispiel: Ein Klick auf ein schädliches pdf-Dokument im Anhang einer E-Mail genüge, um eine gesamte Firma zu infizieren.