Umweltfreundlicher Pakettransporter

Streetscooter soll Reichweite erhöhen

Ford-Mitarbeiter montieren den StreetScooter Work XL. Erstmals baut die Deutsche Post DHL den Streetscooter nicht selbst, sondern in Zusammenarbeit mit dem Autobauer Ford. FOTO: DPA

Ford-Mitarbeiter montieren den StreetScooter Work XL. Erstmals baut die Deutsche Post DHL den Streetscooter nicht selbst, sondern in Zusammenarbeit mit dem Autobauer Ford. FOTO: DPA

Bonn/Aachen. Der Post-Ableger Streetscooter entwickelt seine E-Transporter weiter. Ab 2020 sollen Fahrzeuge mit Brennstoffzellen fahren. Unterdessen ist im Gespräch, dass der Firmengründer Günther Schuh Streetscooter selbst übernimmt.

Der Post-Ableger Streetscooter will die Reichweite der von ihm gebauten Elektro-Lieferwagen deutlich erhöhen. Um dies zu erreichen, sollen ab 2020 Wagen mit Brennstoffzellen ausgeliefert werden. DHL Express wird 100 Fahrzeuge abnehmen. Dies gab Deutsche Post DHL am Freitag bekannt. Der H2 Panel Van basiert auf dem – von DHL Paket bereits eingesetzten – Pakettransporter StreetScooter Work XL, der in Kooperation mit Ford gebaut wird, wird allerdings statt des Kofferaufbaus einen für die Expresszustellung typischen Kastenaufbau haben. Das neue Fahrzeug soll eine Reichweite von 500 Kilometern haben, weil die Brennstoffzelle während der Fahrt mit Wasserstoff zusätzlichen Strom produziert, um den Akku zu entlasten. Bisher hat der 4,25 Tonnen schwere Streetscooter Work XL eine Reichweite von 200 Kilometern. Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr, fördert das Vorhaben: „Nur mit hohen Reichweiten und marktfähigen Preisen erreichen wir es, dass die Lieferverkehre künftig klimafreundlich mit alternativen Antrieben unterwegs sind.“

Derweil meldet das „Manager Magazin“, dass die Post das Unternehmen Streetscooter möglicherweise bald an seinen Gründer Günther Schuh verkaufen könne. Der Maschinenbauprofessor aus Aachen lässt erklären, er wolle das nicht kommentieren. Aus seinem Umfeld ist aber zu hören, dass er Interesse habe Streetscooter zurückzunehmen. Dafür spricht, dass er über seine neue Firma E.Go. Mobile AG einen Akku-Stadtflitzer auf den Markt bringt – Streetscooter und E.Go könnten zusammenpassen. Doch der Streetscooter hat 2018 einen geschätzten Verlust von 70 Millionen Euro eingefahren.

Schuh würde einen finanzstarken Partner brauchen. Doch sein Partner beim Stadtflitzer, der Zulieferer ZF Friedrichshafen, hat kein Interesse, den Streetscooter mit ihm zu kaufen. Das erfuhr unsere Redaktion aus Branchenkreisen. Ein Verkauf an Autokonzerne wie VW scheint schwierig, weil diese eigene E-Lieferwagen entwickeln. Hinzu kommt, dass es der Post schwer fällt, den Streetscooter an externe Kunden zu verkaufen. Rund 90 Prozent der bisher in Deutschland zugelassenen rund 10 000 Wagen gingen an die Post selbst, schätzt der Wirtschaftsprofessor Ferdinand Dudenhöffer. „Ich sehe die Perspektiven des Streetscooter skeptisch“, sagt er. „Es könnte sein, dass die Post keinen Käufer findet und die Firma am Ende aufgibt.“