Verbrauchertipp

So schuldet man preiswert um

Ein Eigenheim ist oft noch mit einem Kredit belastet. Läuft das Darlehen aus, ist eine Anschlussfinanzierung nötig. FOTO: DPA

Ein Eigenheim ist oft noch mit einem Kredit belastet. Läuft das Darlehen aus, ist eine Anschlussfinanzierung nötig. FOTO: DPA

Frankfurt. Ein Vergleich der Konditionen verschiedener Banken lohnt sich, sagen Experten.

Wenn die Zinsbindung des ersten Baukredits zu Ende geht, ist oft noch eine hohe Restschuld zu bezahlen. Dafür benötigen Immobilienbesitzer eine Anschlussfinanzierung. Viele gehen wieder zu ihrer Hausbank. Das macht wenig Arbeit und die Konditionen erscheinen wegen des Zinstiefs günstig. Doch ein Preisvergleich ist immer zu empfehlen.

Rechtzeitig umsehen: Wer sich früh darum kümmert, spart viel Geld. Die Kredithöhe ist im Vergleich zur Erstfinanzierung gesunken. „Anschlussfinanzierer sollten den Tilgungssatz erhöhen. Das verkürzt die Kreditlaufzeit und senkt die Kosten deutlich“, unterstreicht Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Er empfiehlt, die Immobilie bis zum Eintritt ins Rentenalter abzuzahlen.

Zinsen im Voraus sichern: „Wer mittelfristig mit steigenden Zinsen rechnet, für den ist ein Forward-Darlehen sicherlich interessant“, sagt Bianca de Bruijn, Leiterin Baufinanzierung bei der ING. Bei vielen Banken gehe dies bis zu 36 Monate im Voraus. Die Deutsche Bank ermöglicht 48 Monate, Comdirect und Hypovereinsbank sogar 60 Monate. Der Vorteil: Forward-Darlehen schreiben die aktuellen Tiefzinsen für die Zukunft fest.

Zinsaufschlag beachten: Die Zinssicherung kostet aber Geld. Für jeden Monat, der bis zur Auszahlung des Forward-Darlehens vergeht, fällt ein Zinsaufschlag an. Die Deutsche Bank berechnet 0,01 bis 0,03 Prozent. Die ersten drei Monate bis zum Kreditstart sind meist aufschlagfrei. Ein Forward-Kredit mit einem Aufzins von 0,025 Prozent, der in drei Jahren startet, kostet demnach 0,825 Prozent extra. Mit Banken wie ING und Santander Bank, die bis zu zwölf Monate auf Forward-Zuschläge verzichten, lassen sich Kosten mindern.

Konditionen genau vergleichen: Endet die Baufinanzierung in wenigen Monaten, ist kein Forward-Darlehen nötig. Immobilienbesitzer verlängern dann entweder das Darlehen bei ihrer Hausbank oder sie wechseln zu einem anderen Geldhaus. Häufig kann man auf einem Zinsnachlass bestehen, denn die Bank geht mit der Anschlussfinanzierung ein geringeres Risiko als im Neugeschäft ein. Als Faustregel gilt: Der Bankwechsel lohnt sich, wenn der Zinssatz der alternativen Baufinanzierung mehr als 0,2 Prozentpunkte unter der angebotenen Prolongation liegt.

Kosten für einen Bankwechsel: Bankberater wollen einem einreden, dass sich ein Bankenwechsel wegen der Kosten für den Grundschuldübertrag nicht lohnt. Das stimmt meist nicht. Es genügt oft eine kostengünstige Abtretung der Grundschuld an die neue Bank. Selbst bei Löschung und Neueintrag der Grundschuld bleiben die Kosten überschaubar.