Industrie entwickelt für die Bundeswehr

Selbstfahrende Lkw fürs Militär

Selbstfahrende Fahrzeuge könnten die Arbeit der Bundeswehr erleichtern.

Selbstfahrende Fahrzeuge könnten die Arbeit der Bundeswehr erleichtern.

Bonn. In der zivilen Welt ist autonomes Fahren nicht mehr neu. Google und Tesla schicken bereits selbstfahrende Autos auf amerikanische Straßen. Anders sieht es dagegen in der Welt des Militärs aus.

Zwar entwickeln Unternehmen auch in diesem Bereich entsprechende Fahrzeuge mit ersten Erfolgen. Allerdings ist das Tempo deutlich gedrosselt. Denn Technologien aus der zivilen Welt können nicht so einfach auf Militärfahrzeuge übertragen werden, wie Stefan Bullmer von Diehl Defence bei der Konferenz „Unmanned Vehicles“ der Studiengesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik am Dienstag in Bonn erläutert.

Das Technologieunternehmen aus Nürnberg richtet seine Entwicklung an den Anforderungen der Einsatzkräfte aus. Zum Beispiel könne ein Tempomat, der Geschwindigkeit und Abstand hält, nicht eins zu eins von einem Auto auch für ein militärisches Fahrzeug übertragen werden, so Bullmer.

„Auf einer Schotterpiste im Gelände funktionieren die Sensoren nicht mehr.“ Diehl Defence entwickelt diese Technologien deshalb weiter. Was bereits möglich ist, zeigt Bullmer in einem Video: Ein Lkw des Militärs, der autonom einem menschlich gesteuerten Fahrzeug folgen kann im Konvoi. „Militärisches Personal wird auf diese Weise entlastet.“

Als Vertreter der Industrie appelliert Bullmer an die Bundeswehr, mehr Initiative zu zeigen. Neue Technologien könnten wesentlich schneller entwickelt werden, wenn die Bundeswehr besser kommunizieren würde, welche Anforderungen sie hat. Ähnlich sieht das auch Gerd Wollmann von Rheinmetall Landsysteme aus Niedersachsen. In seinem Vortrag geht es auch um gepanzerte Fahrzeuge, zum Teil mit Waffensystemen, die unbemannt fahren können, allerdings nicht autonom. Das heißt, sie werden ferngesteuert. Dass solche Fahrzeuge tatsächlich zum Einsatz kommen, passiere allerdings wohl nicht vor 2030, so Wollmann.

Allerdings können technische Errungenschaften nicht nur unterstützen, sie bergen auch Gefahren, wie Dirk Braun von der IT-Beratung Bridging IT aus Mannheim am Dienstag in Bonn zu Bedenken gibt: „Wer sagt, dass ein solches Fahrzeug nicht gekapert werden kann?“ Stichwort: Cybersicherheit. Auch wegen solcher Faktoren werde wohl noch einige Zeit vergehen, bis unbemannte Fahrzeuge für die Bundeswehr tatsächlich einsatzfähig seien.