Kommentar zur Studentenstudie 2018

Risiko statt Sicherheit

Deutschlands Studenten setzen bei der Berufswahl stärker auf Sicherheit. Mehr als 40 Prozent halten mittlerweile einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst für attraktiv, wie die „Studentenstudie 2018“ ergab. In der vorangegangenen Befragung vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent.

Deutschlands Studenten setzen bei der Berufswahl stärker auf Sicherheit. Mehr als 40 Prozent halten mittlerweile einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst für attraktiv, wie die „Studentenstudie 2018“ ergab. In der vorangegangenen Befragung vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent.

Bonn. Hochschulabsolventen in Deutschland setzen laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY vor allem auf Sicherheit. Immer mehr Studenten interessieren sich demnach für einen Job im Öffentlichen Dienst. Dabei sind die Voraussetzungen für mehr Risiko durchaus gut.

Der Wunsch nach Sicherheit bei Hochschulabsolventen ist nachvollziehbar. Das, was früher bei älteren Arbeitnehmern selbstverständlich war – zum Beispiel ein unbefristeter Arbeitsvertrag – ist in der jüngeren Generation heutzutage meist etwas besonderes. Gerade in den ersten Berufsjahren.

Damit ist es auf der einen Seite kein Wunder, dass sich immer mehr Berufsanfänger für den öffentlichen Dienst interessieren. Auf der anderen Seite könnte der Zeitpunkt für etwas mehr Risiko nicht besser sein: Die Lage am Arbeitsmarkt ist gut, der Arbeitskräftebedarf erreichte im Juni einen neuen Höchststand. Immer mehr Arbeitgeber müssen um die besten Köpfe werben. Heißt im Umkehrschluss für Absolventen: Selbst wenn der Traumjob befristet ist, stehen die Chancen in vielen Branchen gut, danach auch wieder recht schnell etwas neues zu finden. Eigentlich die besten Voraussetzungen für etwas mehr Risiko. Es ist Zeit zum Ausprobieren.

Eine gute Wirtschaftslage, günstige Kredite und immer mehr Förderprogramme für Start-ups sollten Absolventen auch ermutigen, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Denn nur Mut schafft Innovation. Und in diesem Punkt hat Deutschland Nachholbedarf. Die innovativsten Unternehmen kommen aus den USA. Die Zahl der Gründer hat im Jahr 2017 in Deutschland sogar abgenommen. Das ist schade. Die Voraussetzungen, um neue Ideen in die Tat umzusetzen, wären da.