Kommentar zum Bargeld

Noch nicht so weit

Kleine Summen zahlen die Deutschen am liebsten bar.

Kleine Summen zahlen die Deutschen am liebsten bar.

Bonn. Die Deutschen lieben Scheine und Münzen. Warum? Weil Bargeld für viele Menschen die Freiheit bedeutet, ihr Erspartes immer und überall anonym ausgeben zu können, meint GA-Redakteur Frank Rintelmann.

Barzahlerrepublik Deutschland: Die Deutschen lieben nun einmal Scheine und Münzen – zumindest, wenn es um kleinere Beträge geht. Bei größeren Summen greifen die Verbraucher gerne auch zum Plastikgeld. Und warum ist für viele Deutsche nur Bares Wahres? Weil Bargeld für viele Menschen die Freiheit bedeutet, ihr Erspartes immer und überall anonym auszugeben. Ein Kauf im Internet hinterlässt normalerweise Spuren. Sie zu verwischen, ist zwar möglich, für die meisten von uns aber zu kompliziert und auch unnötig. Die Abschaffung des Bargelds wäre ein Eingriff in die Freiheitsrechte eines jeden Einzelnen.

Die Bundesbank-Studie zeigt eins: Bargeld wird hierzulande noch lange eine Rolle spielen. Anders als etwa in skandinavischen Ländern, die den Weg zu einer bargeldlosen Gesellschaft längst eingeschlagen haben. Die Deutschen allerdings sind für so einen Schritt noch nicht zu haben. Übrigens ebenso wenig wie die Schweizer.

Zugegeben: Ohne Bargeld wäre es für Drogenhändler und Schwarzarbeiter schwieriger, Geschäfte zu machen. Doch große Summen werden längst nicht mehr nur in Euro, Dollar oder Schweizer Franken hin- und hergeschoben. Wer schnell und unerkannt Geld transferieren will, greift zu digitalen Währungen wie Bitcoins.