Kommentar zu Alexa

Lauscher im Wohnzimmer

Der Lautsprecher Amazon Echo - mit Alexa Voice Service - auf der IFA in Berlin.

Hört mit: Sprachassistentin Alexa.

BONN. Dass Amazon-Mitarbeiter offenbar das ein oder andere private Gespräch über Alexa abgehört und mitgeschrieben haben, ist schockierend – wirklich überraschend ist es nicht, findet GA-Kommentatorin Delphine Sachsenröder.

Dass Amazon-Mitarbeiter offenbar das ein oder andere private Gespräch über Alexa abgehört und mitgeschrieben haben, ist schockierend – wirklich überraschend ist es nicht. Die zunehmende Digitalisierung des Alltags bietet Bequemlichkeit, die in den meisten Fällen mit persönlichen Daten erkauft wird.

Das Problem dabei: Dieser zweifelhafte Deal ist vielen Nutzern, wie im aktuellen Fall von Alexa, nicht bewusst. Und auch die nachteiligen Folgen werden oft unterschätzt. Bei persönlichem Datenschutz geht es nicht immer gleich um die Angst vor dem Überwachungsstaat. Es reicht schon, wenn Handelsgiganten wie Amazon die Gewohnheiten jedes einzelnen genau ausspähen und dadurch immer raffiniertere Wege finden, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Zum einen muss die EU die marktbeherrschenden US-Internetkonzernen weiterhin beim Datenschutz in ihre Schranken weisen. Zum anderen sollten auch Verbraucher bei aller Digitalisierungseuphorie überdenken, welche Angebote überhaupt sinnvoll sind und welche Geräte sie sich in ihre vier Wände holen. Sonst sitzt die Marktforschung mit im Wohnzimmer.