Autokameras mit Problemen

Keine Dashcam schneidet bei ADAC-Test gut ab

Dashcam an der Windschutzscheibe

Dashcams zeichnen während der Fahrt Bilder auf. Ihr Einsatz ist datenschutzrechtlich umstritten.

Bonn. Gemeinsam mit der Zeitschrift "c´t" hat der ADAC Dashcams getestet. Eigentlich sollen die Kameras helfen, nach Unfällen den Schuldigen zu bestimmen. Im Test hat jedoch keine Kamera gut abgeschnitten.

Keine einzige Dashcam in einem Test des ADAC ist "gut" oder besser. Eine Kamera auf dem Armaturenbrett, die das Verkehrsgeschehen aufzeichnet, kann helfen, Unfallhergänge zu rekonstruieren. Das ist jedoch im Sinne des Datenschutzes bedenklich. Deshalb zeichnen Kameras nur anlassbezogen, nicht etwa dauerhaft, auf.

Der ADAC testete neun Modelle mit einem Kaufpreis zwischen 17 und 300 Euro auf die Merkmale Ausstattung, Bedienung, Bildqualität und Verhalten bei einem Crash. Auswahlkriterien für die Modelle waren Marktbedeutung, Preis und Verfügbarkeit, erklärte eine ADAC Sperecherin auf dem Youtube-Kanal des Automobilklubs. Bei dem Test wurde die Kamera an einer Scheibe befestigt. Diese wurde auf einem Schlitten angebracht, der dann einen Unfall simulierte.

In der Kategorie Ausstattung konnte nur die Kamera "iTracker" gut abschließen. Die Bedienung wurde in sieben Fällen als gut eingestuft und nur in zwei Fällen als befriedigend. Bei Bildqualität und Verhalten beim Unfall gab es die meisten schlechten Noten. Sechs der neun Kameras klappten beim Unfall nach oben, und filmten den Himmel. Dies betraf jeweils Kameras, die mit einem Saugnapf angebracht wurden.

Die Funktionsweise der Kameras zeigte sich als anfällig. Die Kameras filmen durchgehend, überschreiben die Daten aber, solange sie keinen Unfall mit Hilfe ihrer Sensoren feststellen. Wird ein Zusammenstoß mit den Sensoren erfasst, sollte die Filmsequenz markiert und schreibgeschützt werden, erklärte der ADAC. Bei zwei Test-Modellen (Blackvue und iTracker) geschah das jedoch nicht. Der Crash wurde nicht von der Kamera erkannt, der Mitschnitt konnte nur aufwendig gesichert werden.

Der Generalsyndikus des ADAC, Christian Reinicke, nutzte die Testergebnisse, um an die Politik zu appellieren, sie solle juristische Klarheit schaffen, was und wie lange Sequenzen gefilmt werden dürfen. Die Hersteller mahnte er an, zuverlässigere Dashcams zu konzipieren.