Kommentar zur Konjunkturprognose

Kein Grund zur Panik

Containerschiff im Hamburger Hafen.

Containerschiff im Hamburger Hafen.

Frankfurt. Ungewohnt deutlich haben die Wirtschaftsweisen die Konjunkturprognose nach unten korrigiert. Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung. Ein Kommentar.

. Die Wirtschaft wächst deutlich langsamer, als das die Wirtschaftsweisen noch im Herbst erwartet hatten. Die Halbierung ihrer Prognose auf 0,8 Prozent sollte aber nicht zu Panik führen. Denn zwar läuft die Wirtschaft derzeit schwächer als erwartet, aber die Anzeichen für ein anhaltendes Wachstum sind wieder besser.

Das beginnt mit der Geldpolitik der großen Notenbanken weltweit. Die EZB wird die Zinsen erst einmal nicht erhöhen – das ist bedauerlich für Sparer, hält die Wirtschaft aber wegen der guten Liquiditätsversorgung in Schwung. Auch die amerikanische Notenbank Fed wird die Zinsen vorerst eher nicht erhöhen. Und auch das hilft dann der amerikanischen Wirtschaft, die schon Zeichen der Schwäche zeigte. In Deutschland kommt hinzu: Der Arbeitsmarkt brummt weiter. Die älteren Arbeitnehmer gehen allmählich in Rente, die jüngeren Fachkräfte werden händeringend gesucht. Dass sie ihren Job verlieren, ist sehr unwahrscheinlich.

Die Folge: Der Konsum bleibt eine Stütze der Konjunktur. Wenn sich nun noch die Weltwirtschaft wieder etwas erholen würde, wäre das für die deutsche Wirtschaft sehr ermutigend. Denn das zweite Bein der Wirtschaft basiert auf dem Export. Und der leidet derzeit etwas unter der Schwäche auch der anderen Länder. Deshalb sind die Auguren so schlecht nicht mehr gestimmt – und auch die Anleger nicht. Sie setzen auf ein weiteres Wachstum, auch wenn die Bäume nicht unbedingt in den Himmel wachsen.