Kommentar zum Tourismus in Spanien

Grenzen des Wachstums

Strandleben an der Playa de Palma in S'Arenal auf Mallorca.

Strandleben an der Playa de Palma in S'Arenal auf Mallorca.

Berlin. Die Entwicklung der Reisebranche auf der Iberischen Halbinsel spiegelt auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Urlauber wider, meint unser Autor.

Des einen Freud' ist oft des anderen Leid. So wird sich mancher Mallorquiner freuen, dass der schier endlose Touristenstrom aus Deutschland und England einmal nachlässt. Das Jammern der Reiseindustrie, die Angst vor dem Brexit und dem Erfolg konkurrierender Urlaubsziele hat, ist unbegründet.

Es gibt natürliche Grenzen beim Wachstum in den Feriengebieten. Mallorca ist längst an seine Kapazitätsgrenzen gelangt, wie auch die zunehmenden Proteste der Einheimischen zeigen. Massentourismus ist für viele beliebte Regionen vom Segen zum Fluch geworden, auch wenn er Arbeitsplätze und Steuereinnahmen sichert. Es ist den Mallorquinern zu wünschen, dass sie zu einem gesunden Maß an Fremdenverkehr zurückfinden.

Die Entwicklung spiegelt indessen auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Urlauber wider. Die gute Einkommensentwicklung in vielen Branchen ermöglicht es den Beschäftigten, etwas mehr für die Reise auszugeben und exklusivere Ziele anzusteuern. Hier ist Deutschland als Destination einer der großen Gewinner, vor allem, wenn das Wetter so mitspielt wie 2018. Es ist schon absehbar, dass einigen Küstenorten bald ein ähnliches Schicksal droht wie manchem Ort der Balearen: Sie erreichen Kapazitätsgrenzen und verlieren ihren natürlichen Flair.

Ebenso wächst die Zahl derer, die nach den günstigsten Ferienangeboten auswählen. In diesem Segment haben die Länder im östlichen Mittelmeerraum derzeit die besseren Karten in der Hand. Nach schwachen Jahren tut dort der neuerliche Aufschwung gut.