Geschäftsentwicklung

Flughafen Köln/Bonn erwartet deutliches Verlustjahr

Johan Vanneste ist seit Frühjahr 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung am Flughafen Köln/Bonn.

Johan Vanneste ist seit Frühjahr 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung am Flughafen Köln/Bonn.

KÖLN/BONN. Hinter dem Flughafen Köln/Bonn liegt ein Rekordjahr. Er zählte so viele Fluggäste wie nie zuvor. Umso ungemütlicher wird 2019 - zumindest aus wirtschaftlicher Sicht. Die Prognosen verheißen nichts Gutes.

Auf das Rekordhoch folgt der Sinkflug. Der Flughafen Köln/Bonn verzeichnete 2018 so viele Fluggäste wie nie zuvor, und doch stellt er sich in diesem Jahr auf einen massiven Rückgang ein.

Wie der Airport am Donnerstag mitteilte, registrierte er 2018 insgesamt 12,96 Millionen Passagiere. Das sei ein neuer Höchstwert und bedeute eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Überhaupt war es ein gutes Jahr für die Flugbranche: Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes brachen allein im vergangenen Sommer von den deutschen Hauptverkehrsflughäfen 80,5 Millionen Menschen zu einer Flugreise auf. Das waren drei Prozent mehr als 2017.

Auch im Frachtbereich zeigte beim Köln/Bonner Flughafen die Kurve nach oben. 860 000 Tonnen Waren und Güter wurden 2018 demnach umgeschlagen, das bedeutet ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Wir sind froh, das Jahr mit einem so guten Ergebnis abgeschlossen zu haben“, erklärte Johan Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung. Dabei sei das Jahr eine „echte Herausforderung“ gewesen. „Zahlreiche Verspätungen und Flugausfälle im Sommer haben sich auch auf uns ausgewirkt.“

Profitiert hat der Flughafen nach eigenen Angaben etwa von Easyjet, die mit einer gefragten Berlin-Verbindung nach Köln zurückkehrt sei, sowie von Eurowings mit Aufstockungen auf den Strecken nach Berlin, München und Palma de Mallorca. Auch Ryanair habe mit acht neuen Sommerzielen zu den positiven Zahlen beigetragen. Zum Jahresende hin sanken die Passagierzahlen jedoch im Vergleich zum Vorjahr. Als Grund nennt der Airport vor allem den Verlust der Eurowings-Langstrecke und damit einhergehend geringere Zahlen von Zubringerflügen sowie Airline-Konsolidierungen.

„Der Einbruch gibt bereits einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden zwölf Monaten erwartet. Uns steht ein schwieriges Jahr bevor. Der Flughafen rechnet in 2019 mit etwa einer Million weniger Reisenden als 2018“, sagt Vanneste. Das bleibt nicht ohne Folgen für das Wirtschaftsergebnis: Für 2019 wird ein Verlust in Höhe von rund 20 Millionen Euro prognostiziert. „Wir haben nun die verantwortungsvolle Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Flughafen wieder profitabel wachsen kann“, so Vanneste, der 2020 wieder ein positives Ergebnis erzielen will.

Aktuell läuft ein Planfeststellungsverfahren, mit dem der Flughafen einige An- und Umbauten auf eine planungsrechtliche Grundlage stellen will. Doch es gibt Gegenwind, der Ausbau ist in der Region umstritten: Kritiker wie Kommunen und die Lärmschutzgemeinschaft befürchten, dass damit einer Zunahme des nächtlichen Flugverkehrs Tür und Tor geöffnet sind und es zu mehr Fluglärm kommt.