Elektromobilität

Elektrischer Post-Ford

Gemeinschaftsprojekt: Die Deutsche Post und Ford bauen einen E-Transporter auf Basis des Transit.

Gemeinschaftsprojekt: Die Deutsche Post und Ford bauen einen E-Transporter auf Basis des Transit.

Bonn/Köln. Die Deutsche Post und der Kölner Autohersteller Ford bauen künftig gemeinsam Elektrotransporter. Basis für den neuen Stromer ist das Modell Transit. Montiert wird das Fahrzeug bei der Post-Tochter Streetscooter in Aachen.

Die Deutsche Post und der Kölner Autohersteller Ford bauen künftig gemeinsam Elektrotransporter. Nachdem die Deutsche Post bereits mit ihrem selbst entwickelten Streetscooter im Markt der kleineren Transporter eine führende Rolle übernommen hat, geht es nun um einen größeren Fahrzeugtyp: Basis ist ein Ford-Transit-Fahrgestell, das mit einem elektrischen Antriebsstrang und einem Karosserieaufbau nach Vorgaben von Post beziehungsweise DHL Paket ausgestattet wird.

Wie beide Unternehmen am Mittwoch bekanntgaben, soll die Produktion für den neuen Stromtransporter bereits im kommenden Monat starten. Montiert wird das Modell bei der Posttochter Streetscooter in Aachen. Das E-Auto-Start-up gehört seit 2014 zum Bonner Logistikkonzern. Ford-Ingenieure waren allerdings an der Entwicklung des Modells von Anfang an beteiligt, wie ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage sagte. Bis Ende 2018 sollen mindestens 2500 Einheiten im innerstädtischen Lieferverkehr der Deutsche Post DHL Group zum Einsatz kommen. „Mit diesem Volumen steigt das Gemeinschaftsprojekt zum größten Produzenten batterieelektrischer mittelschwerer Lieferfahrzeuge in Europa auf“, hieß es.

Neues Gemeinschaftsprojekt

Beide Unternehmen äußerten sich zufrieden mit dem neuen Gemeinschaftsprojekt. „Ich sehe diese Partnerschaft als weiteren wichtigen Impuls für die Elektromobilität in Deutschland an“, sagte Jürgen Gerdes, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Post AG. „Der Schritt wird die Innenstädte entlasten und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Wir arbeiten weiter an einer komplett CO2-neutralen Logistik.“

„Elektromobilität und innovative Verkehrslösungen für urbane Räume stehen für uns im Fokus, um unser Geschäft auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten“, kommentierte Steven Armstrong, Group Vice President and President Europe, Middle East and Africa, Ford Motor Company. „Für uns als Marktführer im Nutzfahrzeugsegment in Europa, ist diese Partnerschaft die perfekte Ergänzung unserer Pläne. Mit Streetscooter und der Deutschen Post DHL Group haben wir einen Partner mit enormer Kompetenz und einem weltweiten Netzwerk.“

Neben der neuen Fertigungslinie soll die Produktion der bisherigen Streetscooter-Modelle – wie bereits angekündigt – deutlich ausgeweitet werden. Die Streetscooter GmbH plant, in Aachen sowie an einem künftigen weiteren Produktionsstandort in NRW jährlich bis zu 20 000 Einheiten ihres kleineren E-Zustellfahrzeugs in unterschiedlichen Varianten herzustellen. Derzeit sind bereits mehr als 2500 Streetscooter bundesweit für die Deutsche Post im Einsatz. Früheren Angaben zufolge liegt der Preis für das Basismodell mit aktuell 80 Kilometern Reichweite und Zuladung von vier Kubikmetern bei rund 32 000 Euro. Der kleiner E-Transporter stößt vor allem bei Lieferfirmen und Handwerkern auf Interesse, gerade vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Innenstädten.