Kommentar zum Wohnungsmarkt

Ein Klischee

Wohnungsanzeigen hängen an einem Schwarzen Brett. Bei der Online-Suche geben Mieter oft sensible Daten preis.

Im Durchschnitt bleiben einem privaten Kleinvermieter nicht einmal 9000 Euro im Jahr.

Bonn. Das Bild des reichen Vermieters, der einem armen Mieter gegenübersteht, ist meistens bloß ein Klischee, meint unser Autor.

Schluss damit: Das Bild des reichen Vermieters, der einem armen Mieter gegenübersteht, ist meistens bloß ein Klischee. Richtig ist zwar, dass Vermieter in der Regel finanziell gut gestellt sind, aber wirklich wohlhabend sind nur wenige.

Im Durchschnitt bleiben einem privaten Kleinvermieter nicht einmal 9000 Euro im Jahr. Und davon bekommt das Finanzamt noch einen nicht unerheblichen Teil ab. Das ist zwar ein nettes Zubrot, aber keinesfalls auskömmlich, um seinen Job hinzuschmeißen. Kaum ein privater Vermieter kann allein von seinen Mieteinnahmen leben. Zudem ist die Investition in Immobilien nicht ohne finanzielles Risiko.

Andererseits sind auch Mieter nicht zu beneiden, zumindest nicht solche, die in begehrten Stadtlagen in Bonn oder Köln wohnen möchten. Doch für steigende Mieten sind nicht allein die Vermieter verantwortlich. Schon gar nicht die privaten Eigentümer. Sie erhöhen die Mieten deutlich seltener als es etwa überwiegend gewinnorientierte Immobiliengesellschaften tun.

So lange städtischer Wohnraum knapp und begehrt bleibt, werden auch die Mieten weiter steigen. Die Kaufpreise im übrigen auch. Was dazu führen dürfte, dass in den kommenden Jahren immer weniger private Investoren den Einstieg in den Immobilienmarkt wagen werden. Zumal auch die Tage des billigen Geldes gezählt sind.