Kommentar zum autonomen Fahren

Die Selbstfahrer

Umstritten: Autonom fahrende Fahrzeuge

Umstritten: Autonom fahrende Fahrzeuge

Berlin. Es war klar, dass es auch mit selbstfahrenden Autos früher oder später zu einem Unfall kommen musste. Gänzlich unfallfreies Fahren wird auch in Zukunft ein Traum bleiben, sagt GA-Redakteur Holger Möhle.

Wir werden es erleben – ob wir wollen oder nicht, Gegner wie Befürworter. Das selbstfahrende Auto, in dem der Mensch nur noch Passagier ist, das über Sprachkommandos Ziele ansteuert, selbstständig einparkt, Hindernissen ausweicht, wird Teil der automobilen Zukunft. Die Frage aller Fragen: Wer fährt sicherer – der Mensch am Steuer oder die Technik, die den Menschen dann steuert? Unfälle passieren durch ungesteuerte Gleichzeitigkeit von Ereignissen.

So wie jetzt in den USA der Fall eingetreten ist, der früher oder später eintreten musste und auch im autonom-automobilen Zeitalter immer wieder passieren wird. Ein tödlicher Unfall durch ein selbstfahrendes Auto. Technik ist fehlbar, wie der Mensch, der diese Technik programmiert. Das gänzlich unfallfreie Autofahren wird ein Traum bleiben. Roboter können lernen, so unfallfrei wie möglich zu fahren.

Doch auch selbstfahrende Autos, die keine heile automobile Welt bringen können, müssen in die Fahrschule. Die künstlich-intelligenten Rechner müssen aus Erfahrungen lernen, gerade aus schweren Unfällen, wenn der Mensch diese künstliche Intelligenz entsprechend weiterentwickeln will. Es gibt begnadete Autofahrer, die 40, 50 Jahre unfallfrei bleiben, selbst als Vielfahrer. Sie profitieren auch von ihrer (menschlichen) Intuition, die kein Roboter jemals erlangen wird. Doch diese Spezies Autofahrer ist nicht die Mehrheit. Menschliches Versagen ist immer noch der Hauptgrund für die allermeisten Unfälle. Im autonomen Zeitalter wird es technisches Versagen sein. Dann hoffentlich erheblich seltener.