Auswirkungen der Fusion für Bonn

Das ändert sich bei Postbank und Deutscher Bank

Nächster Schritt in die Integration mit der Deutschen Bank: Bei der Postbank werden einige Kompetenzfelder versammelt.

Nächster Schritt in die Integration mit der Deutschen Bank: Bei der Postbank werden einige Kompetenzfelder versammelt.

Bonn. Bei Postbank und Deutscher Bank wissen die Beschäftigten jetzt, welche Fachbereiche von Bonn und welche von Frankfurt aus geführt werden. Was das für die Mitarbeiter heißt, ist noch nicht geklärt.

Aufregung bei den Mitarbeitern der Postbank: Auf dem Weg zur Integration des Privatkundengeschäftes von Deutscher Bank und Postbank („eine Zentrale mit zwei Standorten“) hat das Unternehmen jetzt mitgeteilt, welche Bereiche künftig von Bonn und welche künftig von Frankfurt aus geleitet werden. Auch die Bereichsleitungen (Postbank) und Managing Directors (Deutsche Bank) für die Stammhaus oder Kompetenzzentren genannten Bereiche sind benannt. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass auch alle Mitarbeiter des Kompetenzzentrums in derselben Stadt wie der Chef arbeiten müssen. „Die Details werden noch geklärt“, sagte am Mittwoch Postbank-Sprecher Alexander Adler.

Künftig sollen beispielsweise die Produktentwicklung für Konten und der Zahlungsverkehr von Bonn aus geführt werden. In Frankfurt entsteht das Stammhaus für Wertpapiere und das Investment von Privatkunden. Doch natürlich führt dieser zeitlich gestreckte Prozess der Integration zu Spekulationen unter den Mitarbeitern. Die Rede ist von bis zu 400 Beschäftigten, die in Bonn vom einem Umzug betroffen sein könnten.

Doch aus Sicht von Roman Eberle, bei der Gewerkschaft Verdi in NRW im Fachbereich Finanzdienstleistungen, ist es für solche Spekulationen viel zu früh: „Es gibt keinen Grund zur Panik.“ Die Beschäftigten seinen durch Vereinbarungen zwischen Bank und Gewerkschaften gut geschützt. Wenn eine Führungskraft einen Mitarbeiter zum Umzug bewegen wolle, müsse sie sich mit ihm einigen. Der Betriebsrat müsse auch immer mit ins Boot geholt werden. Bei Fragen der Zumutbarkeit eines Umzug gehe es um soziale und räumliche Fragen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Mitte 2021 ausgeschlossen.

Kein Rückgang in der Region

Bis zum Sommer war bei der Postbank in Bonn von einem Umzug noch nichts zu spüren: Die Zahl der Mitarbeiter in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis im Jahresvergleich mit 3385 nahezu konstant, obwohl deutschlandweit die Beschäftigtenzahl um rund 1100 auf 20 107 gesunken ist, da im Rahmen der Verschmelzung beispielsweise die IT-Systeme und die Bausparkassen zusammengelegt werden.

Seit vergangenem Mai ist die Postbank nur noch eine Marke der Deutsche Bank Privat- und Firmenkundenbank AG. Die Bank hat mehr als 20 Millionen Privatkunden und eine Million Geschäfts- und Firmenkunden. Die Deutsche Bank will durch die Integration ab 2022 jährlich rund 900 Millionen Euro Kosten einsparen. Der Umbau wird rund 1,9 Milliarden Euro kosten. Bei der Postbank wird in diesem Jahr jede zehnte der 1000 Filialen geschlossen. Die Zahl der 28 000 Mitarbeiter soll deutlich gesenkt werden. Über Abfindungen und Fluktuation gehen derzeit etwa 1500 Mitarbeiter im Jahr.

Die Deutsche Bank hatte 2017 entschieden, die Konzerntochter nicht wie ursprünglich geplant zu verkaufen, sondern vollständig zu integrieren. Das Institut plant einen Umzug in noch zu bauende Bürogebäude am Bundeskanzlerplatz auf dem Gelände des früheren Bonn-Centers.

Im Januar hatte der für das Privat- und Firmenkundengeschäft verantwortliche Vorstand Frank Strauß im GA-Interview gesagt, dass die Integration natürlich Auswirkungen für den Standort Bonn haben werde, denn es sei ja strategisch etwas verändert worden. „Die langfristige Perspektive für Bonn ist aber positiv, denn wir haben entschieden, dass die künftige gemeinsame Zentrale zwei Standorte haben soll: in Frankfurt und in Bonn“, so Strauß.