Kursschwankungen an der Börse

Bewegte Aktienmärkte

Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China verunsichert die Märkte.

Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China verunsichert die Märkte.

Frankfurt. Seit Jahresbeginn schwanken die Kurse heftig. Größte Unsicherheit ist derzeit der schwelende Handelsstreit. Allerdings bietet die Volatilität auch Chancen.

Im Februar verschlug es so manchem Anleger den Atem: Der Dax sackte in kurzer Zeit um über zehn Prozent ab. Und unterschritt dann auch noch die Schwelle von 12.000 Punkten. Solche runden Zahlen werden unter Börsenfachleuten gerne als psychologisch wichtige Schallmauern betrachtet. Werden sie unter- oder überschritten, so kann das die vorherrschende Tendenz verstärken, sprich: Es bestand die Befürchtung, dass es noch weiter abwärts gehen könnte. Und der Februar-Schock hallt bis heute nach: „Viele Anleger haben sich Anfang Februar eine blutige Nase geholt“, sagt Oliver Roth, Aktienhändler bei Oddo Seydler. „Sie sind nicht bereit, in den Markt zurückzugehen. Deswegen haben wir noch heute niedrige Handelsvolumen“.

Die wiederum wirken sich aus: Sie bewirken nämlich, dass die Kurse stärker schwanken können als sonst. Die Logik ist einfach: Wenn Anleger wenig an den Aktienmärkten handeln, können schon vergleichsweise kleine Käufe oder Verkäufe Kurse stark bewegen. Eine der größten Unsicherheiten ist der drohende Handelskrieg vor allem zwischen China und den USA. Aktuell kommt noch die Gefahr der Eskalation zwischen den USA und Russland wegen des Syrien-Krieges dazu. „Die Schwankungen sind ein Ausdruck für Ängste und Sorgen“, sagt denn auch der Aktienmarktexperte Christian Kahler von der DZ-Bank. Sie entpuppen sich im Nachhinein oft als übertrieben oder halten nicht lange an.

Auch das konnte man vorzugsweise während der vergangenen Tage beobachten: Die Kurse am deutschen Aktienmarkt stiegen auch wieder, wenn sie auch noch einiges von ihren Höchstständen entfernt sind. Denn die angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium, mit denen die USA quasi die ganze Welt bestrafen wollten, treffen nun offenbar doch nur einige, wenige Länder. Zum Aufatmen ist es nach Meinung von Oliver Roth aber noch zu früh. „Die Schwankungen sind derzeit ein Risiko für Anleger. Das liegt vor allem an den geringen Handelsvolumen. Die machen das Geschehen an der Börse ziemlich unkalkulierbar“.

Fallende Kurse als Gelegenheit

Andererseits können fallende Kurse grundsätzlich eine Gelegenheit sein, in die Aktienmärkte einzusteigen. Im vergangenen Jahr hatten das die fast kontinuierlich steigenden Kurse erschwert. Der Dax beispielsweise lief fast wie am Schnürchen nach oben – und kletterte schließlich zum ersten Mal in seiner Geschichte über 13.000 Punkte.

Deswegen hatten Beobachter mit Rückschlägen quasi gerechnet. „So gesehen ist die neue Volatilität eigentlich sehr gut für den Anleger, weil er dann die Chance hat, auch Aktien zu kaufen“, sagt Christian Kahler.

Neben dem unkalkulierbaren Gebaren des amerikanischen Präsidenten auf politischer Seite sind steigende Zinsen ein weiterer Grund dafür, dass die Schwankungen zugenommen haben. Denn die ungebremste Geldschwemme seitens der wichtigsten Notenbanken rund um den Globus hatte die kontinuierliche Aufwärtsbewegung mit verursacht: Auf der Suche nach Rendite im Nullzinsumfeld landete das billige Geld auch an den Aktienmärkten und ließ dort die Kurse steigen.

Anziehende Zinsen machen aber auch wieder US-Staatsanleihen attraktiv, bei denen tendenziell die Renditen steigen. Da sie als ausfallsicher gelten sind sie gerade in unsicheren Zeiten eine gute Alternative zu Aktien, die grundsätzlich stärker schwanken und mehr Unsicherheiten unterworfen sind.