Smartphone-Giganten

Apple glänzt, aber Huawei überholt

Kunden in einem Apple-Laden in New York im vergangenen Mai.

Kunden in einem Apple-Laden in New York im vergangenen Mai.

Frankfurt. Die Kalifornier legen das beste zweite Quartal hin. Rund 41 Millionen Handys hat Apple weltweit in den vergangenen drei Monaten unter die Leute gebracht.

Im Kampf der Giganten ist eine neue Runde eingeläutet worden, und Apple glänzt einmal mehr. Mit einem Quartalsumsatz von gut 53 Milliarden Dollar (45,65 Milliarden Euro) hat der Technologiekonzern im Vergleich zum Vorjahr einen Gewinnsprung von 32 Prozent hingelegt. Im abgelaufenen Quartal beliefen sich die Gewinne von Apple auf 11,5 Milliarden Dollar. Umsatztreiber ist nach wie vor Apples Verkaufsschlager: das Iphone. Mehr als die Hälfte der Erlöse des Unternehmens spielen die verschiedenen Varianten seines Smartphones ein.

Rund 41 Millionen Handys hat Apple weltweit in den vergangenen drei Monaten unter die Leute gebracht. Und damit kommen zwei weitere Giganten ins Spiel: Samsung und Huawei. Der südkoreanische Samsung-Konzern führt seit Jahren die Rangliste der erfolgreichsten Smartphoneverkäufer an, und das mit Abstand: Über 71 Millionen seiner Handys mit dem Google-Betriebssystem Android hat Samsung im vergangenen Quartal verkauft. Doch wie lange Samsung seinen ersten Platz halten kann, ist fraglich. Denn aus China drängt ein weiterer Gigant auf den Markt: Huawei. Der Konzern ist jetzt erstmals an Apple vorbei gezogen und hat gut 54 Millionen Smartphones im zweiten Quartal verkauft.

Abhängigkeit vom Iphone eklatant

Jedenfalls ist Apple in einem Punkt all seinen Konkurrenten nach wie vor deutlich überlegen: Im Punkt Profitabilität. Apples Iphones sind teuer und gelten manchem Anhänger als Statussymbol. Die letzte Version des Iphone X kostet über 1000 Dollar, für bestimmte Versionen kann man auch hierzulande 1000 Euro auf den Tisch legen. Da Apple auch ältere Versionen seines Flaggschiffes in den Regalen hält, können Experten einen Durchschnittspreis errechnen. Und der ist nach Analyse des Marktbeobachters Factset in den vergangenen Monaten auf 724 Dollar gestiegen. „Apple hat vom iPhone X gelernt, dass man von einem über 1000 Dollar teuren Smartphone weniger Geräte verkaufen kann und finanziell trotzdem gut bei wegkommt“, sagte Analyst Thomas Forte vom Finanzdienstleister D.A. Davidson & Co zu den Apple Zahlen.

Trotzdem ist die Abhängigkeit Apples von seinen Iphones eklatant. Und das ist ein Problem angesichts der Tatsache, dass das starke Wachstum des Smartphonemarktes sich mittlerweile deutlich verlangsamt. Denn die meisten Menschen haben bereits ein solches Gerät in der ein oder anderen Form. Schmerzlich erfahren hat das in dieser Woche bereits die Nummer eins der Branche, also Samsung: Um rund ein Drittel sind die Gewinne der Südkoreaner im Smartphonebereich eingebrochen. Samsung allerdings hat noch andere Konzernbereiche, die das ausgleichen können: von Speicherkarten und Festplatten über Fernseher bis hin zu Kühlschränken und anderen Haushaltsgeräten.

Apple ist weniger breit aufgestellt, versucht aber seit Jahren schon angesichts des absehbar nachlassenden Wachstums im Smartphonemarkt andere Bereiche zu stärken. Sprudelnde Einnahmen hat Apple beispielsweise auch in seinem App-Shop verzeichnet, beim Musik-Streamingdienst Apple-Music oder auch dem Cloudgeschäft. Auch bei tragbarer Elektronik wie Uhren oder Kopfhörern konnte der Konzern seine Umsätze deutlich steigern.

Laut Unternehmenschef Tim Cook plant Apple, noch in diesem Jahr seinen Bezahldienst Apple Pay in Deutschland anzubieten. Als Partner ist die Deutsche Bank mit im Boot. Dieses Angebot übrigens richtet sich gegen einen weiteren Giganten: Seit Juni nämlich hat Google seinen Bezahldienst Google Pay virtuell in Millionen Smartphones gebracht. Hier wittern die Unternehmen einen Teil des (virtuellen) Geldes von morgen.