Kommentar

Apple: Frech – aber erfolgreich

Apple-Chef Tim Cook am Dienstagabend bei der Präsentation der neuen iPhones.

Apple-Chef Tim Cook am Dienstagabend bei der Präsentation der neuen iPhones.

Bonn. Apple ist in den vergangenen Jahren mit einer Hochpreis-Strategie zum wertvollsten Unternehmen der Welt geworden. Vieles spricht dafür, dass sich der Erfolg fortsetzt.

Eigentlich wäre jetzt doch der Zeitpunkt endgültig gekommen, um Lebewohl zu sagen. Adieu Apple, hier endet mein Interesse. 1600 Euro für ein Smartphone (Spitzenmodell) sind zu viel. Eigentlich. Denn die Welt der Hochglanzhandys mit dem Apfel funktioniert nicht nach der Richtschnur des gesunden Menschenverstandes. Das heute wertvollste Unternehmen der Welt hat es vor vielen Jahren geschafft, seiner Marke etwas Magie einzuhauchen – und die geht auch nicht mehr weg. Obwohl die i-Geräte nicht immer mehr und häufig sogar weniger können als andere Produkte, stehen die Anhänger loyal an der Seite der Kalifornier.

Inzwischen braucht es nicht einmal mehr die berühmten Knalleffekte auf den Apple-Präsentationen, um die gleichermaßen freche wie erfolgreiche Preisstrategie durchzusetzen, die das Unternehmen so unglaublich reich gemacht hat.

i-Phone-Preise in zehn Jahren verdoppelt

Ein Marktanteil von weltweit knapp 20 Prozent reicht den Kaliforniern, um mehr als 85 Prozent der gesamten Smartphone-Gewinne in die eigenen Kassen zu lenken. Innerhalb eines Jahrzehnts durfte Apple seine Smartphone-Preise verdoppeln, ohne dafür von den Kunden abgestraft zu werden.

Vieles spricht auch diesmal dagegen, dass Tim Cook überreizt. Dem Apple-Chef spielt ein Trend in die Hände, der dem großen Smartphone immer mehr Bedeutung gibt. Die Menschen nutzen Computer und Tablet deutlich weniger – und sind bereit für das eine Smartphone auch mehr Geld auszugeben.