Brexit

54 neue Zollbeamte für Köln

Bonn. Der Warenverkehr wird nach einem Brexit ohne Vertrag kompliziert. Das bedeutet Mehrarbeit für den Zoll. In Bonn sitzt die Generalzolldirektion: Sie beobachtet die Entwicklung genau.

Vor Großkampfwochen steht auch der deutsche Zoll, sollte ein Brexit ohne Austrittsvertrag Wirklichkeit werden. „Dann kommt viel Arbeit auf uns zu. Großbritannien würde dann zum Ausland und wir müssten die von dort kommenden Güter entsprechend überprüfen. Deshalb haben wir uns auch für dieses Szenario gut gewappnet“, sagt Colette Hercher, Präsidentin der Generalzolldirektion im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Um die zusätzliche Arbeit bewältigen zu können, wurden dem Zoll im Bundeshaushalt zusätzlich 900 neue Stellen bewilligt. Alleine das Hauptzollamt Köln wird zur Bewältigung des Brexit-Mehraufwands um 54 zusätzliche Beamte verstärkt. Vor allem die deutschen Nordseehäfen und die Flughäfen werden nach Einschätzung von Deutschlands Zoll-Präsidentin nach dem 29. März, dem Brexit-Stichtag, für den Zoll im Mittelpunkt stehen. „Wir können die zu bewältigenden Warenströme natürlich nur schätzen“, sagt Hercher. Allerdings will die Bonner Zentrale die Hafen- und Airport-Zöllner am Stichtag mit aller Kraft unterstützen. „Wir sind darauf vorbereitet, die zusätzlich anfallenden Vorgänge nicht nur in Hamburg oder Cuxhafen zu erledigen, sondern elektronisch auf die Standorte in ganz Deutschland zu verteilen“, kündigt Hercher an.

Um die Unternehmen vorzubereiten auf die zusätzlichen Formalitäten im Warenverkehr mit dem Vereinigten Königreich ist die Behörde offensiv geworden. „Wir haben die Initiative ergriffen und sind mit sogenannten Roadshows und in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden zu den Unternehmen gegangen, um sie frühzeitig über die zu erwartenden Änderungen zu informieren“, erläutert Hercher, die im Sommer vergangenen Jahres die Zoll-Leitung in Bonn übernahm.